1 – Lieber ins Büro als auf den Bau
Shownotes
«Hauptsache, du musst später nicht auf den Bau.» Aber was steckt eigentlich hinter diesem Satz? In dieser ersten Folge sprechen wir darüber, warum bestimmte Berufe noch immer als «besser» gelten als andere – und wie diese unsichtbare Hierarchie unsere Entscheidungen prägt. Warum klingt «Büro» nach Erfolg und «Bau» nach Plan B, obwohl die Realität oft ganz anders aussieht? Mit Beispielen aus Alltag, Schule und Gesellschaft werfen wir einen Blick darauf, wie Anerkennung, Erwartungen und Bilder im Kopf die Berufswahl beeinflussen – und warum es Zeit ist, Arbeit neu zu bewerten.
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00:00:00: Und das sagen alle.
00:00:02: Alle, wenn du fragst, sagen alle Handwerk ist gut.
00:00:05: Handwerk sind der goldene Boden.
00:00:08: Die Schweiz ist reich geworden durch das Handwerk.
00:00:11: Das sagen alle!
00:00:13: Aber dass das eigene Kind einen solchen Beruf wählen soll, das ist dann eben ein anderes Paar Schuhe.
00:00:34: Der Podcast für alle, die Bildung und Erziehung besser verstehen wollen.
00:00:44: Und dann bist du fünfzehn und plötzlich sollst Du wissen was Du den Rest Deines Lebens machen willst?
00:00:50: Wenn Du nicht weißt was Du lernen sollst machst Du halt das KV.
00:00:54: Genau das hat man mir damals gesagt.
00:00:56: Margaret wie war das eigentlich bei Dir?
00:00:58: mit fünfzehnt wusstest Du damals schon ganz genau wo dein Weg Dich hinführen soll.
00:01:04: Ja Ich war ein kleines Mädchen und hatte eine Erstklasslerin, die mich... vollkommen fasziniert hat.
00:01:12: Und ich habe immer seit der ersten Klasse gesagt und diesen Wunsch dann auch erfüllen können, mir erfülle können dass ich Primarlehrerin werden möchte.
00:01:21: Ich habe nie einen anderen Beruf in Erwägung gezogen als den Lehrerinnen-Beruf.
00:01:26: Ich hatte damals auch einen Traum, den Traum vom Radio und Fernsehmachern und trotzdem hab' ich zuerst diese KV-Leere gemacht einfach damit ich etwas Solides in der Tasche habe heute.
00:01:36: Das sage ich zum Glück!
00:01:37: Es war mein Einstieg in die Berufswelt.
00:01:40: Etwas Handwerkliches wäre bei mir übrigens nie in Frage gekommen.
00:01:44: Ich bin handwerklich wirklich komplett unbegabt.
00:01:47: und unser Thema in dieser Folge ist, warum gelten gewisse Berufe automatisch mehr als andere?
00:01:53: Und warum klingt Büro irgendwie nach Karriere- und Bau oft nicht?
00:01:58: Und damit herzlich willkommen zur ersten Folge unseres neuen Podcasts rund um Bildung mit Unterstützung von Swisslos!
00:02:05: Swisslos unterstützt jährlich über siebzehntausend Projekte in den Bereichen Kultursport, Soziales, Umweltbildung und Forschung.
00:02:14: Und ab sofort gibt es uns als Education to go einmal im Monat.
00:02:19: Genau!
00:02:20: Ich bin Michelle Birion.
00:02:21: gemeinsam mit Erziehungswissenschaftlerin Margaret Stamm sprechen wir in der nächsten Woche über Themen die viele von uns betreffen oder getroffen haben.
00:02:29: Herzlich willkommen, Margaret!
00:02:30: Danke ich danke dass du und Jenny das übernimmt.
00:02:35: Das freut mich sehr.
00:02:36: Und
00:02:36: da können wir noch anfügen, die Themen hat die Community ausgewählt.
00:02:41: Du Margaret hast auf LinkedIn und in deinem Newsletter verschiedene Vorschläge gemacht Und diese neuen Folgen, die ich in den nächsten Wochen abwechselnd mit meiner Moderationskollegin Jennifer Bosshard präsentieren darf haben die meisten Stimmen
00:02:55: bekommen.
00:02:56: Bevor wir loslegen muss sich dich fragen Education to go gab es schon zuvor.
00:03:02: du wolltest neu starten.
00:03:03: warum hast Du eigentlich genau mich und Jennifer ausgewählt oder angeschrieben?
00:03:08: Ich bin eine sehr leidenschaftliche Köchin Und als ich bis vor einem Jahr jeweils gekocht habe, habe ich immer euch beide gesehen in Gesichter und Geschichten.
00:03:23: Da hab' ich gedacht... Das sind zwei gute Typen.
00:03:28: Ihr habt immer beide ähnlich den Einstieg gewählt, ihr habt jeweils gesagt ich behaupte das und das ist ja eigentlich eine These.
00:03:38: Und das hat mich dann auch bewogen dass ich mir überlegt habe ob ich eben mein Podcast-Format ändern möchte, mit NRT beginnen möchte.
00:03:50: Ob ich den Aufbau etwas ändern möchte und habe dann eine kreative Pause gemacht ein halbes Jahr, mir überlegt was es da so gäbe?
00:03:59: Und in diesem Zusammenhang habe ich dann euch beide angefragt und ihr habt wunderbarerweise, habt ihr spontan zugesagt!
00:04:07: Zur These der heutigen Folge kommen wir gleich.
00:04:09: Da muss ich aber schon noch fragen, kocht es jetzt einfach nicht mehr?
00:04:12: Seid das Gehunkel nicht mehr gibt's?
00:04:14: Nein!
00:04:14: Ich koche nach wie vor sehr gerne, aber ich koche jetzt eher am Wochenende weil dann habe ich keine Zugserscheinungen, weil Gesichter und Geschichten nicht mehr dabei sind oder...
00:04:25: Sehr schön!
00:04:26: Wir haben uns auf jeden Fall sehr über deine Anfrage gefreut und freuen uns auch die nächsten Wochen mit dir.
00:04:32: Hauptsache, du musst später nicht auf den Bau.
00:04:35: Ich glaube viele haben diesen Satz schon mal irgendwo gehört vielleicht zu Hause, vielleicht in der Schule, vielleicht sogar von Leuten die selber nie einen Hammer in der Hand hatten.
00:04:44: Deine These dazu lautet so lange ein Bürostuhl mehr prestig verspricht als handwerkliches Können wählen Jugendliche kein Beruf sie wählen sozialen Status.
00:04:56: Magnit.
00:04:56: warum klingt ich arbeite im Büro oft automatisch nach Erfolg?
00:05:00: Also erstens muss ich sagen, diese These ist ja sehr provokativ und auch die folgenden Thesen werden immer provokative sein.
00:05:07: Wer mich kennt weiß das.
00:05:09: Mit einer provokativen These kann man zuhörende besser aktivieren und man überlegt dann mehr und denkt sich vielleicht – das finde ich überhaupt nicht.
00:05:20: oder was meint sie jetzt dazu?
00:05:22: Warum fragst du es so?
00:05:26: Du hast das KV gemacht und eine Bürolehre symbolisch viel stärker akzeptiert in der Gesellschaft als jemand, der eine Maurerlehre macht.
00:05:37: Das Büro hat Prestig, das Maurersein hat Anerkennung!
00:05:43: Handwerksberufe haben große Anerkennung, aber selber sind Handwerkes berufe ja häufig mit schwierigen Händen.
00:05:50: Mit schwierigen Arbeitsverhältnissen und Körperarbeit verbunden.
00:05:55: Eine Bürotätigkeit hat auch etwas mit Laptop zu tun, mit gediegener Kleidung zu tun... Das ist in unserer Gesellschaft angesehener als ein Handwerksberuf, obwohl es eigentlich überhaupt nicht der Realität entspricht.
00:06:12: Ich habe gerade ein Beispiel aus meinem Freundeskreis.
00:06:15: Da ist der Junge auf der Suche nach einer Lehrstelle und er hat die Bezirksschule absolviert also die oberste Schulstufe im Kanton Argao und möchte jetzt den Handwerk berufen machen.
00:06:27: Und da hört man dann oft aber wieso machst du mit der Bezirksschule nicht irgendwas auf dem Büro?
00:06:32: Wie ist das so, diese Gedanke?
00:06:34: Ich denke, weil man heute mit der Bezirksschule, also das wäre Progymnasium im anderen Kanton oder SecA heißt sie auch oft.
00:06:43: Weil man mit dieser Bezirksschule eben einen Weg in die Akademia verbindet.
00:06:49: und es ist in unserer Gesellschaft ein eindeutiger Trend zum Gymnasium dass Eltern, die etwas auf sich haben oder denken wir wollen das Beste für unser Kind scheiden Beiden Sie sich eher fürs Gymnasium, wenn es möglich ist oder wenn das nicht gelingt.
00:07:08: Wenn es dann doch eine Berufslehre sein muss, muss es eine sein die ein gewisses Prestige hat und ein KV?
00:07:17: Wie in deinem Fall, hat ein großes Image und es gibt andere Berufe die das auch haben.
00:07:23: Und eben Handwerksberufe nicht so wie wir das heute uns wünschen würden.
00:07:29: Was würdest du sagen?
00:07:30: Aber wann beginnt dieses Denken dass gewisse berufe mehr wert sind als andere?
00:07:35: also ich habe beispielsweise viele E-Mails von Eltern die mir schreiben Wir haben eine dreijährige Tochter.
00:07:42: welchen Kindergarten würden sie empfehlen der später dann erfolgs versprechende Grundlagen legt.
00:07:48: Und das ist sicher ... Ich würde sagen, ein Problem oder zumindest eine Herausforderung ist, dass wir heute sehr früh schon das Eltern darauf schauen, dass das Kind einen Vorsprung hat gegenüber den anderen Kindern.
00:08:05: Diese Frühförderung hat eben auch diese Seite, dass man häufig Kinder auch etwas pusht und das heißt Richtung KV oder Richtung GIMI und weniger Richtung Handwerk.
00:08:18: Jetzt kann man sagen viele Eltern wollen natürlich Nur das Beste für ihre Kinder.
00:08:22: haben Eltern heute mehr Angst davor, dass ihr Kind mit der falschen Lehre später weniger Chancen oder weniger ansehen kann.
00:08:31: Also ich denke dieser Gedanke ist... sicher etwas verbreitet.
00:08:36: Aber es ist nicht so, dass alle Eltern so denken überhaupt.
00:08:41: Das möchte ich jetzt für die heutige Episode betonen aber auch für die nächsten.
00:08:46: Es ist nicht das, dass es die Eltern gibt oder die Familie gibt sondern dass sich Eltern sehr unterscheiden und es kommt darauf an was sie für Einstellungen haben ob sie akademisch gebildet sind eine berufliche Ausbildung haben, auch wo sie wohnen.
00:09:03: Spielt eine Rolle.
00:09:04: das Quartier in dem man sich bewegt spielt eine Rolle.
00:09:08: aber es ist sicher der Trend dass gewisse Berufe akzeptiert sind als andere und vor allem dass eben der Ruf des Berufs wenn du sagst Was dein Sohn oder eine Tochter jetzt macht, dass man dann begeistert ist.
00:09:25: Oder sagt was würde ich meinem Kind nie erlauben?
00:09:29: Wie du vorhin das erwähnt hast zum Beispiel eine Mauerleere zu machen und so weiter.
00:09:35: Und da sind heute schon pointiertere Vorstellungen als früher.
00:09:40: Aber früher war es auch nicht unbedingt besser.
00:09:43: Es ist eigentlich auch für das Ego der Eltern besser wenn sie sagen können.
00:09:49: Mein Sohn macht eine KV-Lehre, also wenn Sie sagen müssen mein Sohn wird Gipser.
00:09:55: Ja genau.
00:09:56: es ist heute so dass man eine Überzeugung relativ verbreitet ist das man denkt Man kann das Kind formen.
00:10:05: Wir formen unser Kind durch unsere Erziehung und Wenn es dir gelingt das Beste aus dem Kind zu machen Das nennt man in der Forschung Eltern Determinismus.
00:10:16: Also du formst das Kind Ich mache das, was du dir vorstellst.
00:10:20: Und dann bekommt man auch den Ruf oder die Anerkennung der anderen, dass man sagt wie habt ihr das gemacht?
00:10:27: Ihr seid eine sehr erfolgreiche Familie.
00:10:31: Umgekehrt ist es so wenn du eben einen Sohn nass, der jetzt sagt ich möchte Förster werden und einer Tochter hast, die sagt, ich möchte Floristin werden Du bist aber Akademiker und deine Partnerin ist Akademikerin sagen viele, wieso lässt ihr das überhaupt zu?
00:10:48: Eure Tochter oder euer Sohn hat ja Potenzial und wieso dann eine solche Lehre.
00:10:53: wenn doch eigentlich das Gymnasium möglich wäre.
00:10:58: Das hat sich schon ... Diese Ambitionsäuphorie, würde ich sagen, hat sich etwas verschoben im Gegensatz zu früher.
00:11:06: Obwohl wir ja spätestens beim nächsten Wasserschaden merken, dass der Sanitär in wichtiger ist als der
00:11:12: Typ
00:11:12: mit dem Laptop?
00:11:13: Genau
00:11:14: und das sagen alle!
00:11:16: Alle, wenn du fragst, sagen alle Handwerk ist gut.
00:11:20: der goldene Boden.
00:11:22: Die Schweiz ist reich geworden durch das Handwerk, das sagen alle.
00:11:27: Aber dass das eigene Kind einen solchen Beruf wählen soll, das ist dann eben ein anderes Paar
00:11:33: Schuhe.".
00:11:34: Und genau dazu kommen jetzt kurze Gedanken von dir Margrit?
00:11:37: Genau!
00:11:37: Also ich lese einen sogenannten Deep Thief, ein Mini-Deep Thief vor.
00:11:42: Das ist ein etwas tiefgründiger Text den ich geschrieben habe der nicht nur an der Oberfläche kratzt.
00:11:50: Ich mache das dann in jedem Episode.
00:11:53: so Stellen Sie sich vor Ihr Sohn ist vierzehn.
00:11:57: An einem Familienfest sagt er «Ich will Maurer werden» Und der Raum wird still Nicht weil es ein schlechter Beruf ist sondern weil Maurer werden nicht gut wirkt.
00:12:09: Hier beginnt das Problem, wir reden ständig darüber dass Eltern ihre Kinder ins Gymnasium puschen sollen aber das ist nur die Oberfläche.
00:12:19: in Wahrheit geht es auch bei der Berufslehre um etwas mächtiges und prästisch.
00:12:25: wenn Jugendliche eine Lehre machen wählen sie nicht Aus den zweihundertdreißig bestehenden Berufsmöglichkeiten, sondern aus maximal fünf – das zeigt die Forschung.
00:12:36: Nämlich aus den prästisch trächtigsten.
00:12:39: Das sind KV Informatik, Mediamatik Pharma und noch andere.
00:12:45: Alles Berufe, die man gut verkaufen kann.
00:12:47: Warum?
00:12:48: Weil alle vergleichen Schon immer!
00:12:51: Der Soziologe Georg Simmel hat es so beschrieben Unser Maßstab ist der soziale Nachbar.
00:12:59: Und heute sitzt dieser Nachbar nicht nur im Quartier, sondern auch im Feed – also in den Beiträgen auf den sozialen Medien.
00:13:09: Auf TikTok und Instagram wird der Beruf zur Inszenierung.
00:13:13: Likes entscheiden mit!
00:13:15: Ein Job ist nicht mehr nur Arbeit erisst eben Image.
00:13:20: Das hat Folgen.
00:13:21: Baustellen bleiben leer, Büros überfüllt Und Jugendliche treffen Entscheidungen häufig nicht nach Talent, sondern nach Wirkung.
00:13:31: Doch die eigentliche Frage ist, warum bewerten wir das eine höher als das andere?
00:13:38: Denn solange der Schreibtisch mehr zählt als das können bleibt das Handwerk zweite Wahl und genau das ist das
00:13:46: Problem.".
00:13:48: oder wir brauchen Handwerker jeden Tag, aber an Erkennung bekommen oft andere.
00:13:53: Ich stelle dir gerade diese Frage.
00:13:54: Warum bewerten wir körperliche Arbeit tiefer?
00:13:59: mit unserer Akademisierung zu tun, dass akademische Berufe die mit Sauberkeit, mit Redlichkeit, mit Diplomen und mit Zertifikaten einhergehen.
00:14:11: Dass sie ein höheres Ansehen haben als handwerkliche Berufer, die eben mit Körperarbeit, mit schwierigen Arbeitsbedingungen, mit langen Arbeitstagen, mit Herausforderungen verbunden sind das man die Witterungsverhältnisse sieht tragen muss und so weiter.
00:14:29: Und das hat sicher damit zu tun, dass Handwerksberufe zwar anerkannt sind, wie du vorhin das sehr richtig gesagt hast, wenn wir einen Handwerk oder eine Handwerkerin brauchen, riesig dankbar sind, dass sie dann kommen aber für das eigene Kind wählt man trotzdem etwas anderes.
00:14:50: also es hat eben auch damit zutun, dass der Laptop symbolisch sagen darf.
00:14:58: Der Laptop hat viel mehr Symbolik als die
00:15:01: Schaufel.".
00:15:02: Du hast es schon angesprochen, heute bewundern wir vielleicht eher Titel, Diplome, die ein Mensch erarbeitet hat?
00:15:10: Haben wir hier vielleicht auch gesellschaftlich ein Stück weit verlernt praktisches Können zu schätzen?
00:15:16: Also ich denke absolut!
00:15:18: Ich bin eine große Vertreterin der... Praktischen Intelligenz, also auch dass man in der Schule eher wieder das praktische, das sinnliche, das direkt erfahrbare betonen würde und dass wir eigentlich mit dieser Mit diesem Terziatisierungstrend, mit dieser Akademisierung, dass viele Berufe heute eine Matura brauchen.
00:15:42: Das hat eben auch damit oder hat die Folge das solche Berufen, die akademisch ausgerichtet sind und mehr wert sind.
00:15:51: Und wenn du einmal darauf achtest, hört man häufig Folgendes Wenn man sagt ja unser Sohn will Mahler werden oder Gipser werden.
00:16:02: Dann sagt man sehr schnell, ja das ist schon nicht so super aber er oder sie kann dann nachher noch an die Fachhochschule.
00:16:13: und das ist eine Errungenschaft der Schweiz seit zweitausend haben wir diese Möglichkeit.
00:16:19: aber dieser Schatz er oder Sie kann dann immer noch wertet ja die Berufslehre eigentlich ab Dass man sagt, wenn es dir dann nicht passt kannst du immer noch.
00:16:32: werden die Fachhochschule sehr hoch.
00:16:35: Was ich gar nicht kritisieren möchte, was ich aber kritisiere ist das für die höhere Berufsbildung also die Möglichkeit dass du wenn du Malerin geworden bist, dass du dann noch eine Ausbildung machen kannst als professionelle für Farben oder wie immer.
00:16:52: das heißt und die höhe Berufsbildung hat nicht die Bedeutung die ihr eigentlich zustehen würde sondern es ist die Fachherschule von der Du kannst an die Uni, du kannst sogar an die ETA.
00:17:04: Alles gut und recht.
00:17:06: aber es geht ja darum dass wir darüber diskutieren warum eben akademisierte oder tertialisierte Berufe so viel wichtiger sind oder als wichtiger eingeschätzt werden Handwerksberufe.
00:17:21: Gut, man muss fair sagen nicht jeder ist fürs Handwerk gemacht.
00:17:24: ich hätte wahrscheinlich eine Wasserwaage gebraucht um die Wasserwaag gerade hinzulegen und die Häuser würden einschürzen wenn ich sie gebaut hätte.
00:17:33: kann man sagen der Beruf ist heute Teil der eigenen Marke geworden.
00:17:38: also wenn wir jetzt zu Social Media in den Blick nehmen ganz sicher ist im Moment daran, dass die Berufsbilder ziemlich umzukrempeln.
00:17:53: Ich bin hin und wieder auf TikTok nicht weil ich auf TikTok sein will sondern weil ich dort sehe wie Berufe beschrieben werden.
00:18:00: Und es gibt einen eindeutigen Trend das auch eine Estetisierung der Handwerksberufe stattfindet.
00:18:07: Dass man Handwerkes berufe lobt, dass man sie als Trend erklärt, erklärt und als kreativ darstellt.
00:18:19: Und ich denke, die Social Media wird immer wichtiger in Bezug auf die Berufswahl.
00:18:26: Meine These wäre sogar die, dass ich sagen würde Eltern verlieren etwas ihre Rolle als heimliche Meinungsmacher dass sie sagen, einer von diesen vier Berufen muss es sein.
00:18:39: Sie verlieren etwas dieser Rolle und Social Media wird immer wesentlicher.
00:18:44: Darf ich ein Beispiel erzählen?
00:18:46: Es gibt eine deutsche Studie die untersucht hat was Berufswahlen auf TikTok auslösen.
00:18:53: Eine junge Frau hat auf TikTok eine Botschaft geschrieben Was meint ihr?
00:18:59: Ich möchte gerne Straßenbauerin werden Und sie hat Prüfungen, Tests absolviert in der Berufsberatung und sie hat positive Rückmeldungen gekriegt.
00:19:11: Man kann also sagen die Tests haben eindeutig dafür gesprochen oder die Untersuchungen dass sie geeignet ist für Straßenbauerin zu werden so negative Rückmeldungen bekommen.
00:19:24: Das heißt, was würd ich nie wählen?
00:19:26: Du bist immer draußen und musst dich von den Autofahren beschimpfen lassen wenn du die Straße absperrst oder auf der Strasse arbeitet.
00:19:35: Würdest nicht machen!
00:19:37: Und sie hat dann diesen Beruf wirklich nicht gewählt und hat irgendeinen Job angenommen, der eben attraktiver wirkt als Straßenbauerin.
00:19:47: Ich denke Social Media ist eine soziale Anerkennung ist heute sehr wichtig für junge Menschen.
00:19:56: Wenn du Dachdeckerin werden willst, dann brauchst du ein großes Selbstbewusstsein, dass du das durchziehst und du brauchst Eltern ... Auch wenn sie zum Beispiel noch Akademiker sind, die sagen ja und unsere Tochter wird Dachdeckerin.
00:20:12: Und das ist gut so!
00:20:14: Ist es jetzt eine positive Entwicklung?
00:20:16: Dass man sich vielleicht mehr ein Bild macht dank TikTok, Dank Instagram weil man mehr Meinungen hat als die vielleicht nur der Eltern?
00:20:25: oder ist es eine negative Entwicklung, weil man andererseits eben all diesen negativen Kommentaren ausgesetzt ist?
00:20:31: Also ich würde sagen, es ist beides.
00:20:33: Das erste... Ein sehr guter Einwand, den du bringst.
00:20:38: Ticktock!
00:20:39: gibt auch viele Möglichkeiten, dass man Einblicke bekommt in Berufe.
00:20:44: Dass man Tipps bekommt von anderen, dass wir Firmen kennenlernen usw.
00:20:48: Weil eben heute ist ja TikTok nicht mehr nur ich zeige mein Leben sondern ich zaube auch meine Arbeit?
00:20:54: Ganz genau und das ist sehr wichtig!
00:20:57: Und ich denke gerade die Auseinandersetzung damit wie eine solche Arbeit dann auch inhaltlich aussieht ist zentral.
00:21:06: Es gibt aber auch eben eine, ich würde nicht sagen eine negative Entwicklung, aber eine Entwicklung die man zu wenig diskutiert.
00:21:14: das ist die dass auf TikTok Berufe häufig idealisiert werden.
00:21:20: Das heißt du siehst jetzt einen Einblick in meinen Alltag und der ist so geil und so weiter Und dann spricht man noch vom Geld und idealisiert das Ganze.
00:21:32: Das ist für mich einer der Gründe, weshalb man gerade in der Schule eben Social Media auch kritisch ... diskutieren sollte.
00:21:40: Und nicht nur verbieten sollte, sondern man müsste eigentlich auch mit den jungen Menschen das ausdiskutieren vielleicht sogar mit Modellen die einen solchen Beruf gewählt haben und die berichten wie ihr Alltag aussieht.
00:21:56: Das finde ich eben genau so wichtig.
00:21:58: also es ist sowohl als auch aber TikTok hat viel.
00:22:03: TikTok bringt relativ viel den jungen Menschen, aber vielleicht lernen sie eben auch etwas wenig von sich heraus auch kritisch auf das Ganze zu schauen.
00:22:14: Aber das ist ja generell oder bei diesen Videos so dass man eher die schönen Seiten zeigt und die Negativen vielleicht ausblendet?
00:22:21: Genau!
00:22:22: Oder ich bin jetzt in einem Alter indem ich das genau sehe und ich das beurteilen kann und ich denke da müsste man junge Menschen eben auch unterstützen auch kritisch auf etwas zu schauen, dass von vielen geleicht wird.
00:22:37: Also viele Likes heißen ja zum Beispiel wenn jemand Maurer werden will oder eben auf den Bau geht wie das Thema unserer Episode heute heißt.
00:22:47: Heißt das ja nach langem nicht?
00:22:49: Dass viele Liked dann ein größerer Ansehen generieren für diesen Beruf sondern es heisst die Strukturen noch nicht geändert werden oder dass auch das Bild des Menschen auf dem Bau wegen vielen Likes noch lange nicht verändert wird.
00:23:08: Also kann man zusammenfassend sagen, Berufswahl dank Social Media ja
00:23:13: aber?
00:23:14: Ja würde ich unbedingt sagen und was ich eigentlich wenn ich jetzt Lehrerin wäre in der Oberstufe würde um etwas ergänzen das Ganze und sagen, Modelle sind absolut zentral.
00:23:29: Wenn ich in der Berufsorientierung bin auf der Berufswahl, wenn Leute Dachdeckerinnen, Maler, wenn die kommen – und sie sind vielleicht schon fünfundzwanzig und sind seit fünf Jahren im Beruf und haben schon viel Erfahrung -, wenn man mit denen diskutieren kann, warum hast du diesen Beruf gewählt?
00:23:52: Warum bedeutet er dir offenbar so viel, dass du noch dabei bist?
00:23:57: Und was bedeutet dir das ansehen?
00:24:00: Weil man wird dich ja auch in und wieder kritisieren.
00:24:05: Warum hast du nicht etwas anderes gemacht?
00:24:07: Diese Auseinandersetzung würde auch dazu gehören.
00:24:10: Und wenn ich noch etwas Werbung machen darf, Swisskills sind ja die Schweizer Berufsmeisterschaften.
00:24:17: Die haben auch sogenannte Ambassador-Dohren.
00:24:20: Ambassadorinnen das sind Leute, die sehr weit gekommen sind an diesen Meisterschaft und vielleicht sogar eine Medaille gewonnen haben auch in die Schulen gehen, in Klassenzimmer gehen und aufzeigen was dieser Beruf für sie bedeutet.
00:24:38: Und wir wissen dass das modelhafte enorm wichtig ist für junge Menschen.
00:24:44: nicht nur dass man immer in schönen Broschüren darüber erzählt sondern dann hast du handfest mal einen Dachdeckerin vor dir oder eine Malerin die jetzt sagt ich röffne ich gerade mein eigenes Geschäft.
00:24:56: Das finde ich das ganze Zentrale, dass man Realität erlebt.
00:25:00: Schussendlich
00:25:01: auch die gute alte Schnupperlehre?
00:25:03: Ja, das ist ein weiterer Punkt – sehr gut!
00:25:06: Ich denke, man gibt dieser Schnupperschrauber zu wenig Raum... Und vor allem, wenn ich so mithöre wie junge Menschen in der siebten Klasse irgendwo schnuppern gehen müssen an einem bestimmten Tag.
00:25:20: Sie werden nicht eingeführt also es ist endgleich drei.
00:25:24: Also ich habe keine Studie die das bestätigt aber das mein Eindruck dass sie nicht recht wissen, wie sie sich anmelden sollen, worauf sie schauen sollen.
00:25:34: Und eine Schnupperlehrer kann ja qualitativ hochstehend sein oder sie kann eben das Gegenteil sein.
00:25:40: und da finde ich dass wir uns noch mehr Gedanken machen müssten, wie eine gute Schnupperlehre wirklich aussehen könnte.
00:25:49: Weil die Jugendlichen erzählen sich das nachher weiter und sagen ja ich war in diesem Betrieb, das war super gut oder ich war im diesen Betrieb da hab' ich nur Kaffee servieren müssen oder was man so hört jeweils.
00:26:01: Die Schnupperslehre finde ich eine tragende Basis würde ich
00:26:05: sagen.".
00:26:06: Und ich glaube auch da also wenn ich mich zurück erinnere ist es wichtig dass man bei Leuten abholt bei Leuten, die diesen Beruf schon seit Jahren aussuchen.
00:26:17: Ja
00:26:17: genau und was ich auch noch gerade schon einleitend von der frühen Förderung gesprochen und das hängt eben die Schnupperlehren hängen mit dieser Frühenförderung zusammen.
00:26:29: heute werden die Kinder mit vier jahren obligatorisch eingeschult Also der Kindergarten ist heute obligatorisch.
00:26:35: Und weil sie dann schon mit vier Jahren eingeschult werden müssen oder sollten, Kantone machen Styles etwas unterschiedlich... sind sie eben auch jünger, wenn Sie schnuppern gehen müssen.
00:26:48: Und es sagen sehr viele Berufsbildende, dass sie das spüren, merken.
00:26:53: Viele Jugendliche sagen auch also jetzt bin ich vierzehn und ich sollte wissen was ich werden will und ich weiß es einfach nicht!
00:27:00: Deshalb ist die Schnupperlehre nicht nur vom vom Fachlichen her sehr wichtig, sondern auch weil Jugendliche heute deutlich jünger sind als noch vor einigen Jahren und dass man diese jungen Menschen etwas mehr führen müsste wie sie überhaupt erkennen können was sie wollen.
00:27:21: Ich habe vorhin von zweihundertdreißig Berufen gesprochen und das man heute nur noch wenige Berufe in den Blick nimmt hängt damit zusammen, dass man Komplexitätsreduktion macht.
00:27:33: Man ist überfordert von zweihundertdreißig Berufen, zwanzig oder so in den Blick zu nehmen und deshalb braucht es mehr Unterstützung.
00:27:42: Und
00:27:42: da sich hier auch ein Appell an die Lehrbetriebe oder dass man eben Schnupperlernende nicht nur Kaffee servieren lässt oder irgendwie den Kopierer auffüllen lässt sondern auch einen wirklichen Einblick gibt in diesem Beruf?
00:27:54: Das ist eben sehr zentral, ob das wirklich ein Einblick ist oder ob der betreffende Jugendliche oder die Jugendliche einfach dasteht und zuschaut wie der Guaför die Haare eines jungen Mannes schneidet.
00:28:08: Und er wartet dann bis zu zwölf Uhr ist.
00:28:12: Also da finde ich... Das ist jetzt vielleicht ein schlechtes Beispiel.
00:28:16: Einen Schnuppel lernen kann man ja schlecht schon an die Frisur eines Kunden lassen.
00:28:20: Ja, stimmt!
00:28:21: Aber man könnte Man kann sich vermehrt an Modellen, also an so Köpfen handieren lassen.
00:28:31: Kann wir noch zu einem anderen Thema?
00:28:32: Ich erinnere mich noch gut in meiner Klasse damals machten nur drei Personen eine Berufslehre die anderen neunzehn gegen alle ins Gimmie oder in die Kante und ich hatte so oft das Gefühl dass unser Lehrer genau Diese Schülerinnen und Schüler besonders schätzt die weiter in die Schule gehen.
00:28:50: Für mich kann meine Erweiterführende Schule gar nicht infrage, ich habe das Schlichtweg zu schlechte Noten vermittelt hier unser Schulsystem manchmal vielleicht sogar unterbewusst, dass der gymnasiale Weg erfolgreicher oder wertvoller ist als eine Berufslehre?
00:29:05: Ich würde sagen heute im Jahr.
00:29:06: es ist diese Überzeugung sehr verbreitet aber... Ich würde meinen, dass sich möglicherweise eine Änderung ergibt in Bezug auf die KI.
00:29:18: Weil die künstliche Intelligenz möglicherweise viele ... Berufe, die akademisch fundiert sind.
00:29:27: Wenn du an News denkst und wenn du an Ökonomie denkst
00:29:31: usw.,
00:29:32: dass solche Berufer möglicherweise mehr arbeitslose akademische Gebildete produzieren werden weil man weniger Leute einstellt.
00:29:45: also das DKI möglicherweise ein wichtiger Aspekt wird in der Frage Berußlehre oder Gymnasium, während dem beispielsweise gerade das Handwerk möglicherweise profitiert von dieser KI.
00:30:00: Klar wird dort auch wenn es um Abrechnung geht, wenn es Umadministration geht Wenn es um Identifikation und Problemen geht wird die KI auch mehr Einzug halten, aber eine Baustelle bleibt ein Kundenkontakt.
00:30:21: Das Handwerk ist weniger anfällig als gewisse akademische Berufe es sind und deshalb kann ich mir auch vorstellen dass sich die Bewertung oder der verschiedenen Berufskategorien, dass sich das etwas ändern wird.
00:30:40: Aber was du vorhin gesagt hast, dass die akademischen Berufe eine höhere Wertschätzung haben würde ich bestätigen.
00:30:51: Es kommt eben bei den Lehrpersonen auch sehr stark auf die Haltung an und wie sie selbst aus welchem Milieu sie selber kommen Also Lehrpersonen, die selber aus einer Handwerksfamilie kommen oder aus einer Familie die berufsbildende Berufe gewählt hat.
00:31:10: Die wird sensibler wahrscheinlich auf junge Menschen reagieren, die einen anderen Beruf wählen als eben einen Akademischen während dem diejenigen, ausschließlich akademische Familienmuster kennen.
00:31:26: Die können sich manchmal gar nicht recht vorstellen, was es bedeutet aus einem Handwerkerhaushalt zu kommen und das hat ja in unserer auch in den Schulen hat das teilweise gar keine große Akzeptanz.
00:31:40: dass man sagt ja oder man sagt jeweils häufig deine Eltern können dir ja gar nicht helfen wenn du ins Gimmie willst wenn die keine akademische Ausbildung haben, dann ist es besser für dich wenn du selbst eine Berufslehre machst.
00:31:57: Und das zeigt ja dass man von den Eltern sofort auf die Kinder schließt und denkt Ja wenn die Eltern nicht helfen können Dann hat es gar keinen Sinn.
00:32:07: und das stimmt so überhaupt nicht.
00:32:10: Das ist ein Vorurteil.
00:32:12: Was müssen Eltern oder auch Lehrpersonen vielleicht anders machen, damit Jugendliche heute freier und ehrlicher entscheiden können welcher Beruf zu ihnen passt?
00:32:24: Also ich denke grundsätzlich mal dass die Berufsorientierung zu spät beginnt heute Sie beginnt frühestens in der siebten Klasse Und dann haben laut Forschung schon viele Familien entschieden, in welche Richtungen es gehen soll.
00:32:41: Deshalb macht
00:32:42: z.B.,
00:32:42: jetzt werbe ich nochmals für SwissKills.
00:32:44: Dort gibt's ... SwissKill hat eine Plattform entwickelt.
00:32:50: SwissKils City heißt das.
00:32:52: Das ist für junge Menschen ab zehn Jahren.
00:32:55: eine Plattform auf der sie spielerisch, ich weiß nicht wie viele aber es sind viele Berufe die Sie in dieser Swiss Kill City aus Kundschaften können und zehn Jahre das heißt diese sind etwa in der fünften Klasse.
00:33:12: Und das finde ich eben ein sehr gutes Instrument, das Jugendliche selber diese Swiss Kill City untersuchen können.
00:33:21: Schauen können was es da für Berufe gibt in diesen Feldern und dass Eltern eben dann vielleicht mit den Kindern zusammen überlegen Was sind die Neigungen überhaupt unseres Kindes?
00:33:34: Und in der Sittenklasse ist das eben häufig bereits schon so etabliert, dass Jugendliche das machen was andere auch machen oder das was eben besonders beliebt ist.
00:33:46: und deshalb plädiere ich dafür, dass man spielerisch früher schon die Berufsorientierung startet.
00:33:53: Ich muss dir ehrlich sagen ich jedenfalls bin froh, dass ich damals diesen Weg gewählt habe uns gegangen bin.
00:33:59: Er hat mir gezeigt, dass man mit fünfzehn sich zwei Vereinen Weg entscheiden kann und einen Beruf entscheiden kann.
00:34:06: Aber das ist noch lange nicht so oder dass man diesen Beruf dann das ganze Leben machen muss?
00:34:10: Genau!
00:34:10: Also da muss ich sagen... Da haben wir ja ein vorbildliches Schweizer Bildungssystem eigentlich sehr durchlässig ist.
00:34:19: Also es muss heute niemand mehr das ganze Leben lang den gleichen Beruf ausüben, du kannst dich weiterentwickeln und auch etwas Neues machen.
00:34:31: Es ist aber so, dass die Durchlässigkeit – ich spreche ja jetzt wieder im Namen der Forschung – die Untersuchungen dazu zeigen, dass es vor allem gut situierte oder solche mit guten Ausbildungen, die Durchlässigkeit ausnutzen und andere, die einfache Berufe gewählt haben.
00:34:55: Die dann das was eigentlich möglich wäre doch nicht nutzen.
00:34:59: und das müsste man eben auch jungen Menschen mitgeben.
00:35:03: und vor allem wir müssen... Das ist für mich eine Herzensangelegenheit, was ich jetzt sage Wir müssen junge Menschen viel mehr bestärken.
00:35:13: Wir haben in unserem Bildungssystem eindeutig einen Defizitblick.
00:35:18: Das heißt, wir suchen immer bei den jungen Menschen dort wo sie Schwächen haben und wir therapieren die schnell.
00:35:25: Da habe ich nichts dagegen.
00:35:28: Das kann auch sehr gut sein das kann auch zum Wohl des Kindes sein.
00:35:32: aber man sagt den Kindern zu selten du schaffst das?
00:35:36: Ich unterstütze dich!
00:35:37: Du kannst es!
00:35:39: Man schaut immer zuerst was Sie nicht können.
00:35:43: Ich kann dir sagen, in unserer Studie, die wir gemacht haben zu den Arbeiterkindern, die heute dreißig sind und erfolgreich eine Karriere gemacht haben, haben so viele gesagt.
00:35:56: Der Lehrer in der sechsten Klasse oder so oder die Lehrerin in der vierten Klasse hat mir gesagt du bist schlau!
00:36:04: Du kannst das und... Komm zu mir, wenn du Probleme hast.
00:36:08: Ich unterstütze
00:36:09: dich.".
00:36:09: Und dieses Unterstützende, das müssten wir in unserer Gesellschaft wieder viel stärker etablieren und nicht immer nur nach den Schwächensuchen die Kinder haben.
00:36:21: Jeder Mann, jede Frau, jedes Kind hat Schwächen.
00:36:24: aber jedes Kind, jeder Mann, jeder Frau hat auch Stärken.
00:36:28: Und die müssen wir unbedingt – auch für das Selbstwertgefühl.
00:36:32: enorm wichtig!
00:36:34: Das schon angesprochen, künstliche Intelligenz.
00:36:36: darüber wird im Moment sehr viel gesprochen.
00:36:39: Besonders betroffen scheinen dabei oft klassische Büro- und Wissensberufe.
00:36:44: Könnte es am Ende sogar sein dass KI zuerst viele Bürojobs verändert oder diese ersetzt werden während handwerkliche Berufe viel schwieriger zu automatisieren sind?
00:36:55: Ich kann mir das sehr gut vorstellen.
00:36:58: Ich hatte die letzte Woche eine Sitzung bei Swiss Skills und die Verantwortlichen dort haben das klar gesagt, dass sie davon ausgehen.
00:37:06: Dass einen großen Paradigmawechsel geben wird, dass Handwerksberufe neue Chancen kriegen.
00:37:14: Und es ist auch so, dass es bereits Studien gibt ... untersucht haben, für welche Berufe sich junge Menschen auf den Ausbildungsplattformen interessieren.
00:37:27: Lena heißt eine beispielsweise und dort hat sich ganz klar gezeigt das mit der Einführung der KI dass junge verstärkt handwerkliche Berufe nachzusuchen, weil sie offenbar auch spüren das es schwieriger wird.
00:37:44: Weil die in der Akademie oder in diesen Berufen, die eigentlich eher akademisch orientiert sind, dass auch der Wettbewerb wahrscheinlich größer wird und die Ausbildungsplätze eher rarer werden.
00:37:57: Also kann man sagen, dass KI langfristig unsere Bild von Arbeit und Erfolg verändert?
00:38:02: Ich gehe sehr davon aus!
00:38:04: Und dem Maurer muss jedenfalls kein... Angst haben, dass Giacci Pitti in der nächsten eine Mauer hochzieht?
00:38:10: Das denke ich auch.
00:38:12: Oder dann müsste sich die Kei nach Robotik... verbessern oder maximieren.
00:38:21: Aber es ist ja möglich, dass plötzlich ein Roboter eine Mauer hochzieht.
00:38:24: Also es ist alles möglich!
00:38:27: Ich bin auf jeden Fall immer sehr beeindruckt bis heute von Menschen die handwerklich begraubt sind weil ich schaffe es nicht mal eine Kearegale zusammenzubauen.
00:38:34: dafür ruf ich dann jeweils meine Schwester an.
00:38:38: Zum Schluss können wir sagen vielleicht müssen wir auch hören zu fragen oder was ist dein angesehener Beruf?
00:38:43: und anfangen zu fragen was passt wirklich zu einem Menschen?
00:38:47: Ja, würde sagen will er.
00:38:50: als das man fragt wer bist du was machst du?
00:38:53: dass wir fragen was kannst du und was ist deine Neigung?
00:38:58: Was sind deine Interessen?
00:39:00: Das ist weit aus wichtigere.
00:39:03: Dass wir das was ein Mensch macht mehr wertschätzen und nicht seine Diplome die er er oder sie erhalten hat und die ihr an seinen Wänden aufhängt, sondern das ist eigentlich.
00:39:19: das müsste das Zentrale sein.
00:39:21: Und die Arbeit an sich müsste einen neuen Stellenwert bekommen und nicht am der Ausbildungshöhe festgemacht
00:39:30: werden.".
00:39:31: Das wäre als erwachsene Person auch die Jugendlichen stärken?
00:39:34: Oder wenn Sie sagen ich möchte... Gipserin werden, ich möchte eine Maurerlehre machen.
00:39:39: Unbedingt und ich sage immer auch jungen Menschen die eine akademische Ausbildung haben oder wenn ich Referate vor Eltern habe, sage ich immer stärken sie ihr Kind, wenn es eine handwerkliche Ausbildung machen will obwohl ihre sozialen Nachbarn wie ich vorhin vorgelesen habe Wenn die sagen das würde ich meinem Kind nie erlauben eine solche Ausbildung zu machen.
00:40:03: Das Kind muss im Beruf glücklich werden und nicht die
00:40:06: Eltern.".
00:40:07: Das ist
00:40:07: definitiv so.
00:40:08: und ganz ehrlich, der Mensch der dein Haus baut sollte nicht weniger Anerkennung bekommen als der Mensch, der im Haus E-Mails beantwortet.
00:40:16: Genau!
00:40:16: Sehr gut zusammengefasst.
00:40:18: Schauen wir noch auf die nächste Folge, Margaret.
00:40:20: Das Thema heißt dann in Watte gepackt?
00:40:22: Weshalb eine Risikoscheue Kindheit schädlich ist?
00:40:26: Um welche Frage dreht sich diese Episode?
00:40:28: Pointiert kann ich sagen dass unsere Gesellschaft eine Sicherheits- und Angstgesellschaft... geworden ist und dass sie eigentlich genau die Sicherheit oder die Stärke der Kinder bedroht.
00:40:57: Danke dir, Margaret.
00:40:58: Ich danke dir und war sehr inspirierend.
00:41:01: Besten Dank!
00:41:02: Aber jetzt gibt es Education to go einmal im Monat Bis zum nächsten Mal.
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