2 – In Watte gepackt: Weshalb eine risikoscheue Kindheit schädlich ist
Shownotes
Dürfen Kinder heute überhaupt noch einfach Kind sein – oder sind sie zu gut geschützt? In dieser Folge geht es um eine Kindheit zwischen Helm, Regeln und ständiger Aufsicht. Wir sprechen darüber, warum kleine Risiken, Streit auf dem Pausenplatz und eigene Erfahrungen so wichtig sind – und was passiert, wenn genau das fehlt. Mit persönlichen Beispielen und einem Augenzwinkern schauen wir darauf, wie viel Schutz sinnvoll ist und wann er Kinder eher bremst als stärkt.
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00:00:00: Ein kleines Kind braucht Abgeburt Wurzeln und es braucht Flügel.
00:00:05: Und das sind eigentlich die beiden Pole der Bindungsforschung, die Wurzel und das ist die Fürsorge aber es gibt eben auch den anderen Pole.
00:00:22: Der
00:00:22: Podcast für
00:00:30: alle die Bildung und Erziehung besser verstehen wollen.
00:00:38: Liebe Zuhörende, ganz herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Folge von Education to Go zum ersten Mal moderiert von mir.
00:00:46: Jenny verborst hat und unterstützt durch Swisslos!
00:00:49: Und mir gegenüber sitzt die bekannteste Erziehungswissenschaftlerin der Schweiz um die Initiantin dieses Podcasts.
00:00:56: Herzlichen Dank für die Einladung und hallo liebe Margit Stamm.
00:01:00: Hallo liebe Jenny.
00:01:01: freue mich sehr dass das geklappt hat dass du und Michelle die Moderation übernommen habt.
00:01:08: Ich freue mich sehr auf diesen heutigen Tag und die nächsten Sendungen auch.
00:01:13: Ja, ich freue mich ganz besonders auf unser heutiges Gespräch – auch weil der Zeitpunkt nicht besser passen könnte!
00:01:20: Ich bin jetzt vor mittlerweile acht Monaten das erste Mal Mutter geworden, Mutter einer Tochter.
00:01:26: Und ich habe sehr schnell gemerkt wie stark und wie schnell dieses Bedürfnis und dieser Wunsch in mir wächst Mein Kind vor allem zu beschützen, also vor dem Hinfallen von Frust, vor Kälte.
00:01:38: vor Enttäuschungen eigentlich von der ganzen Welt.
00:01:42: Und ich wollte dich fragen, Margit, ist das etwas Urmenschliches oder sind Eltern heute ängstlicher geworden?
00:01:49: Also ich würde die zweite Frage mit Ja beantworten.
00:01:53: Es hat sicher eine gesellschaftliche Entwicklung stattgefunden in Richtung Sicherheitsangst- oder Risikoängstlichkeit.
00:02:02: Früher war das sicher nicht so ausgeprägt.
00:02:05: und das Zweite betrifft ja die Grundfrage ob Mütter beispielsweise, ob sie einfach dieses Urbedürfnis, dieses Schutzbedürfen haben und die Forschung ist sich da uneins.
00:02:19: Es wird vor allem betont dass es eben große kulturelle Unterschiede gibt und das sieht man auch Bereits hier in der Schweiz, wenn du eine Bauernfamilie anschaust, die vier oder fünf Kinder hat.
00:02:32: Dann haben sie dieses Gefühl des immer beschützen müssen wahrscheinlich weniger als eben eine gebildete Frau wie du jetzt einer bist und du hast dich wahrscheinlich auch vorher sehr belesen.
00:02:47: Man sagt ja auch Gebildete-Mütter seien so vorbereitet wie wenn Sie eine Doktorarbeit schreiben würden.
00:02:55: Stimmt, da herrscht auch ein gewisser gesellschaftliche Druck.
00:02:58: Da gehen wir dann später noch intensiver darauf ein.
00:03:00: aber damit sind die eigentlich direkt im Thema.
00:03:03: denn du sagst gerade dieses ständige in Wartepacken der eigenen Kinder das kann langfristig schädlich sein.
00:03:11: deine tese die lautet nämlich wer kinder vor jedem risiko schützt nimmt ihnen die erfahrungen die sie stark machen.
00:03:19: und bevor wir das gleich vertiefen magrit du hast selbst zwei mittlerweile erwachsen sind.
00:03:26: Aber wie war das eigentlich bei dir als Mutter?
00:03:28: Warst du eine überbehütende Mutter?
00:03:31: Ich denke, ich war keine überbehührende Mutter.
00:03:34: Ich war eher einer Mutter die zusammen mit meinem Partner beseelt war dass wir es ganz anders organisieren und die Erziehung unserer Kinder als wir selbst erzogen worden sind.
00:03:47: Und wir haben von Anfang her die Kinder relativ frei aufwachsen lassen Mit unterschiedlichem Erfolg muss ich sagen.
00:03:55: Die Tochter hat sehr gut darauf angesprochen, die ist aus sich heraus selbst stark geworden und der Jüngere, den Sohn haben wir eigentlich teilweise eher mit dieser Selbstständigkeit.
00:04:10: zur Erziehung vielleicht etwas überfordert.
00:04:12: Und du sagst, dieser Erziehungsziel den ihr für euch gewählt habt ist eigentlich in Ablehnung oder in Abgrenzung zu dem eigenen Eltern passiert?
00:04:20: Ja genau!
00:04:20: Ich bin ein Kind das autoritär erzogen worden ist wie man damals erzogen wurde dass mit Strenge und Kontrolle aufgewachsen ist, mit Strafe aufgewachsen ist auch mit Körperstrafen locker, aber auch mit diesen klaren Kriterien der Rechtschaffenheit und der Ordentlichkeit und des Fleisses usw.
00:04:48: Und das wollten wir nicht.
00:04:51: Ich habe immer noch ein Tagebuch, das ich geschrieben habe als ich schwanger war – da hab' ich Bildchen eingeklebt von einem Modellkind wie ich mir das vorgestellt habe, wie es dann aussehen würde um diese Erziehung zur Freiheit.
00:05:07: In uns beiden war das ein Anliegen, dass wir die Kinder eben nicht unter diesem Druck erziehen.
00:05:16: Dass Disziplin vorherrschen muss und eben Rechtschaftenheit usw.
00:05:21: Und ich würde es heute nicht mehr unbedingt ganz so machen.
00:05:26: Ich würde ein besseres Fundament oder ein Fundament setzen, dass Kinder wissen was sie sollen – ein paar Regeln auf.
00:05:37: sie auch in eine Struktur einbetten, dass sie nicht zu schnell, zu selbstverantwortlich werden müssen.
00:05:47: Aber grundsätzlich glaube ich war es für die Kinder gut wie sie erzogen wurden.
00:05:51: Sie sagen auf jeden Fall, sie seien mehr oder weniger zufrieden aber ich würde schon meinen man kann den Kindern auch zu viel zumuten.
00:06:02: Der Zeitgeist momentan geht eher in eine andere Richtung, nämlich dahingehend, dass man den Kind immer weniger zu mutet oder zutraut.
00:06:11: Das ist unser Thema heute und ich würde sagen lass uns doch gleich einsteigen oder eintauchen.
00:06:16: die hast du uns deine Gedanken zusammen gefasst und gebündelt und liest uns jetzt einen Minidip-Dive.
00:06:21: Was ist
00:06:21: wieder genau dieser Minidhip-Dipe?
00:06:23: Den ich jetzt geschrieben habe für die heutige Episode und die möchte ich gern vorlesen?
00:06:28: Kindheit ist heute oft maximal geschützt.
00:06:31: Spielplätze, begleitete Wege, Erwachsene die sofort eingreifen.
00:06:36: Die Absicht ist gut aber genau hier beginnt das Problem Denn Kinder lernen nicht in erster Linie durch Anleitung und Kontrolle sondern durch Erfahrung Durch Ausprobieren, durch Fehler, durch kleine Risiken.
00:06:51: Wer nie auf einen Baum klettern darf, lernt auch nicht seine eigenen Grenzen einzuschätzen und selbst Vertrauen zu entwickeln.
00:06:59: Und wenn jeder Moment durchorganisiert ist, fehlt Raum für Kreativität, Selbstständigkeit und Freiheit.
00:07:06: Wichtig ist – und das möchte ich doppelt unterstreichen – dass es kein reines Elternproblem ist.
00:07:13: Es ist ein gesellschaftliches Muster.
00:07:15: Medien, Leistungsdruck, Sicherheitsvorschriften all das verstärkt die Tendenz zur
00:07:21: Übervorsicht.".
00:07:22: Auch Kitas, Kindergärten und Schulen stehen in diesem Spannungsfeld.
00:07:27: Oft entwickeln sie aus diesem Grund eine Kultur die Risiken eher vermeidet als begleitet.
00:07:34: Dabei liegt genau hier die Chance.
00:07:36: Kinder brauchen keine risikofreie Umgebung.
00:07:40: Sie brauchen eine, in der sie mit Risiken umgehen lernen.
00:07:44: Die entscheidende Frage ist also nicht wie schützen wir Kinder vor allem?
00:07:49: sondern wie viel Unsicherheit braucht Entwicklung.
00:07:53: Denn echte Stärke entsteht nicht durch Vermeidung von Risiko, sondern durch den sorgsamen Umgang mit ihm und durch
00:08:01: Erfahrung.".
00:08:02: Ich glaube, viele Eltern kennen dieses Gefühl.
00:08:05: Man möchte alles richtig machen und gleichzeitig gibt es heute unglaublich viele Ratgebermeinungen, Warnungen und natürlich soziale Medien wo man ständig sieht wie man das perfekte Elternteil sein oder werden kann.
00:08:19: Warum fällt den Vertrauen heute vielen Eltern so viel schwerer?
00:08:23: Weil wir eine Gesellschaft geworden sind in der die Sicherheit sehr stark betont wird.
00:08:30: auch wenn du die Bundesämter konsumierst oder konsultiert, was da an Warnungen formuliert wird ist das eine und das andere ist dass Eltern heute für alles verantwortlich gemacht werden.
00:08:45: Früher hat man das Kind also unsere Kinder gauten als wiederstandsfähig prinzipiell aus Wiederstandsweg.
00:08:54: Heute empfindet man oder findet die Kinder als vulnerabel, als verletzlich sind verantwortlich, dass dem Kind nichts passiert.
00:09:05: Und wenn dem Kind etwas passiert dann ist es nicht der Zufall oder es ist eine unglückliche Situation sondern die Eltern haben eben ihre Pflicht nicht erfüllt.
00:09:16: und das wird heute so überall wiederholt, auch bereits in den Schwangerschaftsvorbereitungskursen wird einem eingetrichtet was man genau wie machen soll damit das Kind möglichst sicher aufwächst.
00:09:32: Und das ist ein Ausdruck dass Eltern heute ängstlicher sind als früher hat eben auch mit der gesellschaftlichen Entwicklung zu tun.
00:09:42: und deshalb ich betone das deshalb weil Eltern sehr schnell ein schlechtes Gewissen kriegen, dass sie empfinden.
00:09:52: Sie würden vieles falsch machen und sie seien keine perfekten Eltern.
00:09:57: Und ich muss dann immer auf der Basis der Forschung sagen kommt weg davon, perfekte Eltern zu sein.
00:10:04: das ist für ein Kind nicht gut wenn es perfekste Eltern hat.
00:10:07: hinreichend gut.
00:10:09: Das ist das Ziel das Eltern verfolgen sollten.
00:10:14: Das Ziel wäre auch, ich plädiere nicht dafür wenn der Titel unserer Episode heute heißt.
00:10:21: in Watte gepackt, dass man Kinder vollkommen entwarten sollte.
00:10:26: Entwattiert.
00:10:27: Entwartieren
00:10:28: sollte, sondern dass sich dieser Überfür-Sorglichkeit bewusst wird und dass man Schritt für Schritt versucht etwas zurückzunehmen und dem Kind auch etwas zuzumuten.
00:10:42: Dieser Schritt ist der entscheidende Schritt eigentlich.
00:10:45: Du
00:10:45: hast dieses schlechte Gewissen angesprochen?
00:10:47: Und ich kann das nachvollziehen!
00:10:48: Ich fühle es auch oft und ich frage mich dann immer, woher kommt das?
00:10:52: Wer macht mir eigentlich dieses schlechte
00:10:54: Gewissen?".
00:10:54: Und ich habe mich gefragt, ist es vielleicht auch ein Stück weit?
00:10:58: deshalb weil gerade Menschen wie ich – also ich bin ein Millennial oder ich verbringe sehr viel Zeit auf den sozialen Medien.
00:11:04: Ich bin überexponiert gegenüber ganz vielen Meinungen und Wertungen von verschiedenen Menschen die mir sagen was denn das Beste für mein Kind wäre!
00:11:14: Und da gibt es diametral unterschiedliche Meinungen, was das denn wäre.
00:11:18: So dass ich mich dann immer so fühle als müsste ich den sichersten und auch den umständlichsten Weg wählen, um mein Kind eben zu schützen.
00:11:28: Kannst du das nachvollziehen?
00:11:29: Das kann ich sehr gut nachvollzieren!
00:11:31: Wir haben auch eine Studie durchgeführt in der wir Mütter-und Väter befragt haben und sechzig Prozent der Müttern gesagt, dass sie relativ oft ein schlechtes Gewissen haben.
00:11:45: Oder das Gefühl haben Sie genügend nicht oder würden viel falsch machen.
00:11:49: Männer sind da in unserer Studie und die waren im Jahr zweitausend waren da viel unbefangener.
00:11:56: in den Durchschnitt muss man sagen.
00:11:58: Ich kann das sehr gut nachvollziehen, was du sagst und ich denke, ich würde das auch unterstreichen dass die sozialen Medien eine große Rolle spielen.
00:12:07: zum Beispiel ist in unserer Studie immer wieder berichtet worden von den WhatsApp Nachrichten die man einander schickt in den Wattup Gruppen.
00:12:17: Du hast jetzt eine Tochter, du bist das erste Mal Mama geworden und wenn du ein Bild bekommst von einem Kind, dass vielleicht zwei Monate weiter ist in der Entwicklung als deine Tochter.
00:12:30: Und die WhatsApp Nachrichten sind ja häufig sehr positiv formuliert, dass man selber in einem weißen Kleid ohne Flecken da sitzt und das Töchterchen oder der Sohnemann ist auch sehr schön gekleidet.
00:12:46: Und dann denkt man, wieso ist das Kind weiter als meines?
00:12:51: Wieso gelingt ihnen alles?
00:12:53: und ich bemühe mich so darum.
00:12:56: Das Vergleichen wird angeheizt durch Social Media.
00:13:02: Und man ist dann auch ... Ich würde jetzt behaupten, beim ersten Kind ist das alles neu und ... Ist aber
00:13:10: noch etwas übervorsichtiger?
00:13:11: Man ist übervoresichtig und kann nicht vergleichen.
00:13:15: Man nimmt das sehr schnell auf.
00:13:19: Das ist wichtig, dass man sich das bewusst macht selber.
00:13:22: Diese Fürsorge könnte man ja auch auslegen als ein ... Ein Zeichen der Liebe, oder?
00:13:28: Ich möchte das Beste für mein Kind.
00:13:30: Also gebe ich das Biste!
00:13:31: Wo wird diese Fürsorge, wo wird diese konkret
00:13:34: schädlich?".
00:13:35: Wenn es kein Gleichgewicht gibt.
00:13:37: und ich nehme jetzt eine Metapher... Und dieser Metapfer stammt von einem bekannten Kinderarzt aus Deutschland von Herbert Renz-Polster.
00:13:46: Er hat die Metaphe formuliert, die mir sehr gut gefällt ein kleines Kind braucht Abgeburt Wurzeln und es braucht Flügel Und das sind eigentlich die beiden Pole der Bindungsforschung.
00:14:00: Die Wurzeln, das ist die Fürsorge, die du eurer Tochter gibst und sie spürt diese Fürsage und du bist oder dein Partner ihr seid der sichere Hafen.
00:14:11: Sie kann diese Fürsauglichkeit empfangen, sie beruhigt sich wenn sie weint, sie fühlt sich wohl bei euch.
00:14:18: aber es gibt eben auch den anderen Pole Und der wird bei euch jetzt dann irgendwann mal virulenter oder bedeutungsvoller die Flügel.
00:14:29: Das ist der andere Pole der Bindung, du musst das Kind auch loslassen lernen und du siehst sobald es kriechen kann und sich entfernen kann schaut es vielleicht manchmal zurück wo ist Mama?
00:14:41: Wo ist Papa?
00:14:42: Und kommt wieder in den sicheren Hafen zurück, aber eigentlich sind eben die Flügel das Kind auch sich entfernen lassen.
00:14:51: Das Kind oder zum Beispiel auch in die Obhut des Partners geben und selber arbeitet man oder umgekehrt.
00:14:58: eben auch dass der Partner, der sich vielleicht sehr engagiert, da sehr seine Partnerin auch zutreibt, das Kind betreuen zu können oder mit Führsorge ihm gegenüber umzugehen geben, dass er oder sie das Kind vielleicht anders behandelt als man es selbst tun würde ist das Wichtige.
00:15:22: Aber aufs Kind bezogen ist es so, dass diese beiden Pole stimmen müssen und in der heutigen Zeit ist es eigentlich ... So, das ist meine Zeitsdiagnose!
00:15:32: Dass Kinder zu viel Wurzeln haben?
00:15:36: Oder die Tendenz ist eher da zu viele Wurzel und zu wenig Flügel.
00:15:40: Ich bin noch so erzogen, dass ich sehr viele Flügel hatte.
00:15:44: Wir hatten schon Kontrolle in Form von Strafen aber wir konnten einen Nachmittag nach draußen gehen und wurden nicht kontrolliert.
00:15:54: Aber ich würde sagen, ich habe ungenügende oder nicht genug Wurzeln.
00:16:00: Und das Ziel wäre, dass eben das Kind auch seine Flügel entwickeln kann.
00:16:06: Um diese Flüge zu entwickeln, plädierst du ja dafür, dass man Kindern mehr Vertrauen schenkt und sie Risiken eingehen lässt?
00:16:15: Was lernt denn ein Kind konkret wenn es Risiken eingeht?
00:16:19: Also Risikeneingehen heißt beispielsweise, dass es wird sozialisiert um das muss lernen.
00:16:25: was ist eine Gefahr?
00:16:26: Eine Gefahr ist beispielsweise der jetzt mit acht Monaten giftige Bären ist.
00:16:33: Ja, das ist eine Gefahr weil dann musst du ihr nach und nach zeigen dass das nicht geht.
00:16:41: beispielsweise eine Gefahre ist auch wenn sie dann in den Kindergarten gehen wird wenn es darum geht ob sie mit anderen oder alleine einen Fußgänger streisen überquert.
00:16:52: Das ist eine Gefahr.
00:16:53: Und eine Gefahre ist auch, und das ist für mich sehr interessant zu beobachten, dass man das in unserer Gesellschaft heute nicht als Gefahr sieht – das sind diese hölzigen Lauf-Lehren oder wie sie heißen die Räder?
00:17:08: Diese Veloos?
00:17:10: Ja
00:17:10: genau!
00:17:10: Und da sind viele Eltern, die das Kind einfach einmal auf dieses Holzrat setzen und es dann einfach losfahren lassen.
00:17:19: Ich bin relativ viel in Bern und ich sehe dann was da alles passieren kann wenn diese Kinder sich durch den Verkehr manövrieren und sie gar nie gelernt haben wie man sich auf einem solchen Rat eigentlich bewegen müsste etwas das heute unterlassen wird, aber eigentlich eine Gefahr ist.
00:17:44: Und ein Risiko ist eben nicht eine Gefahr.
00:17:48: Ein Risiko, beispielsweise wenn deine Tochter in zwei Jahren oder in zweieinhalb Jahre eine sportliche Begabung zeigt und du oder ihr lässt sie dann auf einem Mäuerchen balancieren, beispielsweise.
00:18:05: Und das ist ein Risik.
00:18:07: Sie könnte ja herunterfallen.
00:18:09: Aber vielleicht, wenn ihr es aus meiner Sicht geschickt macht ... Dann sagt ihr, versuch es.
00:18:14: Ich stehe dabei.
00:18:15: Im Notfall schrecke ich dir die Hand hin.
00:18:19: aber ungünstig wäre wenn du jetzt sagen würdest komm sofort herunter das ist viel zu gefährlich für dich.
00:18:26: dann erstarrt die Tochter und getraut sich nicht mehr.
00:18:29: also man muss es eigentlich auch vorleben.
00:18:32: eigentlich sollten wir Erwachsenen ja als Vorbild vorausgehen.
00:18:35: viele von uns haben aber selbst ja große mühe mit fehlern oder wie wollen funktionieren leisten mithalten.
00:18:41: Wie können wir denn unsere Kinder überhaupt oder wie können wir ihnen vermitteln, dass es in Ordnung ist Fehler zu machen wenn wir sie ja oft selbst gar nicht mehr zulassen?
00:18:50: Also
00:18:51: eigentlich lernt man ja auch am Modell des Kindes.
00:18:54: Und indem du merkst, dass du etwas nicht vorlebst und dass du eben selber Fehler machen darfst und auch dazu stehst.
00:19:05: Und vielleicht auch deiner Tochter oder wenn sie einmal älter ist, sagst du ich habe da einen Fehler gemacht und ich stehe jetzt dazu.
00:19:14: Das ist absolut wichtig!
00:19:16: Und das zweite ist dass man eben Risiko begleitet.
00:19:21: Du kannst nicht ein Kind überfordern und sagen ja ich setze es jetzt diesem Risiko aus sondern was ich meine ist Risikokompetenz lernen.
00:19:33: noch einmal zu diesem Mäuerchen Beispiel.
00:19:35: Ein Kind kann in der Regel nicht sofort über ein Mäurerchen balancieren und kann das ohne Probleme, und da muss man versuchen es zu begleiten und ihm auch aufzuzeigen was es da braucht – und das ist ein Lernprozess!
00:19:51: Und die Kinder lernen das in der Regel relativ schnell.
00:19:54: aber Man muss sie auch spüren lassen, ich traue dir das zu.
00:19:59: Aber ich bin dein Schutzschild!
00:20:01: Ich stehe da hinter und das ist eben ein Weg von den Wurzeln zu etwas mehr Flügeln Und das ist ein Prozess.
00:20:11: Wie wichtig ist denn diese eine Person die einem sagt?
00:20:13: Ich traue Dir etwas zu.
00:20:15: Enorm wichtig Im letzten Podcast mit Michelle Biri habe ich das erwähnt, dass Kinder in der Schule auch Vertrauen brauchen.
00:20:25: Gerade Kinder aus einfachen Verhältnissen.
00:20:27: Dass sie spüren, dass eine Bezugsperson, eine Lehrerin ein Lehrer ihnen etwas zutraut und wenn man sagt du kannst das, ich stärke dich ist das enorm wichtig!
00:20:39: Man darf aber das nicht verwechseln.
00:20:43: zu viel loben, das ist ja auch ein Trend heute.
00:20:46: Das könnte dann wieder kontraproduktiv
00:20:47: werden.
00:20:48: Gerade deine Generation ist eine Generation die die eigenen Kinder häufig sehr lobt.
00:20:54: also es fällt mir im Schwimmbad immer auf oder wenn die Kinder nicht schwimmerbecken entdeckt haben und sie springen ins Wasser Mama und Papa loben die ganze Zeit.
00:21:07: Wunderbar!
00:21:08: Und machen noch eine Foto, schicken das der ganzen Verwandtschaften und allen Freunden.
00:21:13: Könnte mir auch
00:21:15: passieren?
00:21:15: Aber das Wichtigste ist ja nicht dass einem das nicht passiert sondern man sich einmal überlegt was Lob eben bedeutet.
00:21:22: und Lob sollte nicht einfach so eine normale Reaktion sein wie wenn du guten Tag sagst, sondern Lob sollte sperrlich eingesetzt werden für etwas loben, wenn es etwas gut gemacht hat und nicht nur weil das niedlich ins Wasser planst.
00:21:42: Das ist etwas Wichtiges, dass das Lob heute eigentlich übertrieben angewendet wird häufig.
00:21:49: Und es sollte doch etwas zielführend
00:21:51: sein?
00:21:51: Genau!
00:21:52: In deiner Forschung sprichst du auch von einer sinkenden Frustrationstoleranz bei Kindern und Jugendlichen.
00:21:59: wie oder wo zeigt sich das?
00:22:00: Also wenn du Studien anschaust oder auch in den Medien, dass verfolgst sagen viele Kindergartenlehrpersonen das Kinder heute weniger robust sein und ein Nein sei.
00:22:17: für viele Kinder schon eine Beleidigung.
00:22:20: Wenn man Regeln hat im Kindergarten, dass Kinder das und nicht dürfen oder sie warten müssen bis es Znüne gibt oder so, dass die Kinder nicht ertragen würden.
00:22:30: Und ich denke diese Frustrationstoleranz ist ein Thema in der Berufsbildung, wenn es um die Suche nach einer Lehrstelle einem Ausbildungsplatz geht.
00:22:46: dass Jugendliche heute schneller aufgeben, dass sie weniger robust sind und sich auch weniger zutrauen.
00:22:56: hängt zum Teil mit dem Temperament zusammen.
00:22:59: Das vergisst man immer wieder, es gibt sehr ruhige Kinder und überlegende Kinder.
00:23:04: Es gibt aber auch Kinder, die ... Ja, man sagt heute sehr schnell, sie haben ADHS.
00:23:10: Die sind einfach sehr wiff- und lebendig.
00:23:13: Und ich denke das schon, dass es einen erzieherischen Effekt hat, dass Kinder heute teilweise weniger frustrationstolerant als früher
00:23:24: sind.
00:23:25: auch weniger Resilienz spät,
00:23:27: oder?
00:23:28: Weil Resilient ja nicht durch Komfort entsteht.
00:23:31: Genau!
00:23:31: Resilience entsteht durch Herausforderung, Frustrationstoleranz entsteht wenn Eltern beispielsweise dem Kind nicht alles Schwierige abnehmen.
00:23:43: und ich hatte das dieses Bedürfnis hatte ich auch dass ich Kinder unsere Kinder immer beschützen wollte.
00:23:50: also unsere Tochter hat mal glaube ich, mit einem Ball ein Fenster einer Garage des Nachbarn zertrümmert.
00:24:03: Und es ging dann darum wie teilen wir das den jetzt mit diesen netten Nachbahren?
00:24:09: und ich hatte die Idee, ich gehe schnell zu denen Entschuldige mich und frage wegen der Versicherung und so weiter.
00:24:17: Und mein Mann hat dann gesagt, nein ich gehe mit der Tochter aber sie muss kringeln und sie muss sich dann irgendwie entschuldigen und verantworten übernehmen.
00:24:29: Das ist ein Trend heute den man immer wieder hört von den Lehrkräften, dass sie sagen Eltern stellen sich vor ihr Kind und behüten es, beschützen es.
00:24:42: Und wollen nicht das das Kind vielleicht sogar nicht bestraft wird aber beschuldigt wird, dass es irgendetwas gemacht hat.
00:24:51: Kinder die nie für etwas gerade stehen müssen, die lernen auch nicht das auszuhalten und die sind sich dann gewohnt, dass Mama oder Papa immer da ist.
00:25:02: Und man sieht das beispielsweise auch sogar noch an der Universität, dass Erstsemestrige häufig die Mama oder den Papa mitbringen am erstesemäßigen Tag und dass sie dann der Vater oder die Mutter die Fragen stellen die jungen, neunzehn oder zwanzigjährigen, die eigentlich jetzt mündig wären und selber Fragen stellen müssten.
00:25:26: Und Eigenverantwortung
00:25:27: haben sollten?
00:25:28: Genau!
00:25:29: Viele Kinder sind heute ja komplett durchgetaktet also Kita-Schule, Musikschulensport, Termineförderprogramme
00:25:36: usw.,
00:25:37: ein riesengroßer Stundenplan.
00:25:39: Es bleibt oft kaum noch Zeit für ihr freies Spielen, das Herumsträunen, das Entdecken.
00:25:46: was geht dabei verloren.
00:25:48: Also wir sind eine Gesellschaft geworden, die terminiert ist also auch wir selber Erwachsenen.
00:25:54: wir sind terminiert.
00:25:56: Wir sprechen bei den Kindern von Terminkindheiten dass sie eben wie du das beschrieben hast Dass Sie durchgetaktete Wochenpläne haben was verloren geht.
00:26:06: Also ich finde das grundsätzlich nicht problematisch.
00:26:10: Ich plädiere dafür, dass man nicht kulturpessimistisch ist und sagt ja früher hatten wir noch freiheiten... Früher war alles besser!
00:26:17: ...warst besser, hatte noch viel weniger Autos auf der Straße und die Luft war viel besser usw.
00:26:23: Nein, ich will nicht kulturpessimistic sein.
00:26:26: Das wichtigste ist meines Erachtens Als Eltern versucht zu reflektieren, warum man es immer so durchgetaktet ist.
00:26:36: Und häufig in unserer Studie war das zumindest so.
00:26:39: Haben Eltern eben ein schlechtes Gewissen weil sie arbeiten und weil sie immer ein wenig unter Strom stehen?
00:26:47: Und dass man dann versucht, möglichst viel in der Freizeit hineinzupacken.
00:26:53: Dann geht das Kind ins Baby-Schwimmen, dann organisiert man den Judo-Kurs oder es gibt das Rollerblading
00:27:01: usw.,
00:27:03: und man fährt die Kinder dann in diese Kurse.
00:27:07: Das ist mir selber so gegangen als Mutter.
00:27:09: Man hat eine große Angst!
00:27:12: Und das ist, dass das Kind kommt und sagt, wir sind so langweilig... Das habe ich erlebt und das hat mir immer schlechte Gefühle gemacht.
00:27:23: Wenn eines der Kinder kam und sagte, mir ist so langweilig was soll ich machen?
00:27:27: Und alle anderen sind vor den Ferien und so und dann habe ich sicher gerade etwas organisiert.
00:27:33: aber aus der Forschung wissen wir heute zur Genüge dass aus Langeweile etwas Kreatives entstehen kann.
00:27:42: Auch wieder ein bisschen in die Richtung Frusttoleranz?
00:27:44: Genau,
00:27:45: genau!
00:27:45: Also langeweile aushalten bringt häufig Kinder auf gute Ideen dass sie selber etwas organisieren müssen.
00:27:54: oder zum Beispiel Friedrich Nietzsche.
00:27:56: der große Friedrich-Nietzsche hat mal in einer fröhlichen Wissenschaft das ist ein Buch von ihm hat er geschrieben Langeweile ist die Windstille der Seele Und das ist ein wunderbarer Spruch und ich denke, wenn es ... Wenn ich heute junge Mutter wäre, würde ich lange Weile einmal pro Woche organisieren.
00:28:21: Gerade organisieren?
00:28:23: Ich meine das so zum Beizulassen dass ich sage z.B.
00:28:27: samstagnachmittag oder am Sonntag zwischen zehn und zwölf oder zwölft und zwei macht jede und jeder in unserer Familie etwas für sich Und Mama und Papa stehen nicht zur Verfügung.
00:28:38: Das meine ich mit organisieren, und du musst nicht jeden Tag jetzt langeweile zulassen.
00:28:44: aber wenn das nur schon mal einmal pro Woche ... Ritualisiert würde, denke ich dass da sich etwas bewegen
00:28:53: könnte.
00:28:53: Ich glaube ich kann das sogar bestätigen weil ich bin im Dorf aufgewachsen und wir hatten oft lange Weile und sind daraus sehr kreativ geworden.
00:29:01: also wir haben viel Zeit draußen verbracht wie wir sind herumgetobt Wir haben Blümchen gepflückt und verteilt er Nachbarin und Nachbarn gerne im Gegenzug für etwas Süßes.
00:29:12: Aber uns ist immer irgendetwas eingefallen und ich würde gerne wissen, wie wichtig ist es, dass man so unbeobachtete Räume hat?
00:29:20: Eigentlich ist das ganz zentral... Wir sagen ja heute oder ich bin auch eine Vertreterin dieser Aussage, dass das Freie spielen eigentlich ganz zental wäre.
00:29:32: Und das hat in den letzten zwanzig Jahren mindestens um einen Drittel abgenommen weil man den Kindern nicht mehr zutraut oder weil es auch baulig, oder gemeindepolitisch nicht möglich ist die Kinder alleine nach draußen gehen zu lassen.
00:29:52: Aber eigentlich... wäre das unbeobachtet sein, wäre ein ganz zentraler Aspekt.
00:29:59: Ich sage immer dass freie Spiel ist eigentlich der Beruf des Kindes.
00:30:05: also wenn Kinder miteinander draußen sein können ohne dass Erwachsene immer als Schiedsrichter nebenan sitzen.
00:30:13: es ist ja häufig so ich weiß nicht ob du schon Spielplatz-Erfahrung hast
00:30:17: noch
00:30:18: nicht zu viel Das Eltern sofort entscheiden immer zugunsten des eigenen Kindes, was jetzt davor gefallen ist.
00:30:26: Was gut oder eben schlecht ist.
00:30:29: und Kinder sind eigentlich heute fast sie haben fast keine Möglichkeiten mehr nur mit anderen Kindern zusammen zu sein und die Erwachsenen nehmen sich auch zurück.
00:30:39: ich meine aber nicht dass sich Erwachsene immer zurücknehmen sollen weil es gibt ja eben auch Risikomomente Gefahrenmomente und es gibt Eine Aufgabe für Erwachsene, dass Kinder auch manchmal angeleitet werden müssen zum Spielen.
00:30:56: Weil manche Kinder können heute gar nicht mehr spielen weil sie immer Social Media um sich herum haben, weil der Fernseher den ganzen Tag läuft und Kindergartenlehrpersonen sagen häufig wenn ich mal sage so und jetzt habt ihr eine halbe Stunde Zeit und jedes Kind kann machen was es will das dann einige kommen und sagen, ich weiß nicht was ich machen soll.
00:31:22: Also die können manchmal mit dem Spielzeug in diesen Spielecken vorhanden sind, können sie wenig anfangen weil Sie das Spielen eigentlich verlernt haben.
00:31:36: Und das finde ich schon bemerkenswert.
00:31:38: Ja, das ist traurig!
00:31:40: Weil das Kind ist ja eigentlich... Ich sag jetzt mal, in der Hochform was die Kreativität angeht.
00:31:47: Das wird ja nachher nicht mehr.
00:31:49: Genau!
00:31:49: Es ist eigentlich schade wenn man dann schon ausgebrannt ist.
00:31:53: und aber das freie Spielen ist ja etwas dass man als Eltern, als Familie auch zulassen muss weil die Angst dominiert eben auch dort dass man denkt wenn ich mein Kind Dauerbeobachte dann passiert sicher etwas Schlimmes und es kann auch sein, dass mal etwas passiert.
00:32:16: Also unser Sohn hat einmal einen Zahn beim Spielen herausgeschlagen, musste dann beim Nachbarn war das, musste zum Zahnarzt.
00:32:25: aber ich sage jeweils oder ich habe mir das dann auch gesagt blaue Flecken oder eben ein Zahn, das gehört auch zum Aufwachsen.
00:32:35: Das ist kein Plädoyer dafür, dass ich sage man kann Kinder einfach generell unbeaufsichtig lassen.
00:32:42: Das meine ich nicht so.
00:32:43: Nein natürlich!
00:32:44: Aber vielleicht als Erwachsener erst in zweiter Instanz oder?
00:32:48: Genau das finde ich wichtig weil Kinder sind ja wie Seismografen schon kleine Kinder spüren genau ob du ihnen oder jetzt du ob du deiner Tochter sobald sie größer wird, ob du ihr etwas zutraust und sie auch unterstützt, dass sie die Welt entdeckt.
00:33:07: kommt man dann immer wieder mit dem Flügelbild und das kommt relativ gut an.
00:33:12: Wann beginnt denn eigentlich diese Selbstständigkeit?
00:33:15: Ist das etwas für Teenager?
00:33:16: oder in welchem Alter entwickeln wir ein Gefühl für Selbstständigkeiten?
00:33:20: Also es gibt Kinder, die mit sechzehn Jahren noch keine Sporttasche packen können, die nicht wissen wann sie auf den Bus müssen.
00:33:30: Es gibt Kinder oder junge Menschen, die mir zwanzig noch nicht selbstständig sind Und es gibt andere, die das lernen teilweise auch sehr früh lernen müssen, weil sie vielleicht in einer schwierigen Familie aufwachsen.
00:33:44: Weil die Eltern Schicht arbeiten und kleinere Geschwisterhüten müssen.
00:33:49: Die Selbstständigkeit beginnt!
00:33:51: eigentlich schon sehr früh.
00:33:53: Also sobald jetzt, schon wenn deine Tochter jetzt griechen kann dann ist das ein erstes Stück Selbstständigkeit dass sie sich von dir weg bewegt.
00:34:03: Wenn Sie dann marschieren kann, wenn sie laufen kann entdeckt sie die Welt neu und sieht auch Dinge die ihr Angst machen.
00:34:10: Diese Selbständigkeit muss man wie einen roten Faden sehen der sich durchs ganze Leben hindurchzieht Und irgendeinmal geht es dann auch darum, dass die Kinder Verantwortung übernehmen für sich selber.
00:34:26: Das ist manchmal ein schwieriger Schritt.
00:34:28: Dass man dem Kind zeigt, dass er Verantwortung übernimmt und das macht das vielleicht nicht so wie es erwartet wird und hat dann vielleicht auch nicht den Erfolg darin, den man sich wünschen würde.
00:34:42: Wenn du heute jungen Eltern einen Gedanken mitgeben könntest?
00:34:47: Welche wäre das nach diesem Gespräch?
00:34:51: Wenn ich jetzt das von mir aussage als Mutter, als Forscherin würde ich sagen mehr Intuition.
00:34:58: Mehr auf das Bauchgefühl vertrauen.
00:35:00: Und zwar nicht einfach so das Bauchtgefühl wie man es landläufig verbreitet sondern Bauch gefühle meine ich auch dass man sich damit befasst was man jetzt in dieser Situation tut oder tun könnte und sich auch darüber austauscht mit anderen.
00:35:20: Und die Intuition hat.
00:35:22: leider heute, so wie ich es wahrnehme in der Familienberatung, in den Elternkursen – hat Intuition eigentlich eher einen schlechten Ruf?
00:35:32: Dass man sagt nein!
00:35:35: Das ist zu billig.
00:35:39: kein guter Ratgeber, aber ich finde die Intuition ist eben eine sehr wichtige Kraft.
00:35:47: Dass man auch aus sich selbst heraus ein Gefühl entwickeln kann und professionalisieren kann.
00:35:55: Ich sage das in Bezug auf die Lehrerinnen- und Lehrerbildung, dass auch Lehrpersonen mehr Intuition entwickeln müssten.
00:36:05: Es ist häufig so, dass man lieber einen neuen Erziehungsratgeber kauft und dann schaut auf welcher Seite steht das um das.
00:36:15: Und dann liest man das was dort steht und dann handelt man entsprechend.
00:36:20: Man
00:36:20: könnte auch seine eigene Intuition professionalisieren.
00:36:25: Und sich rein hochen!
00:36:27: Vielleicht ist ja das eine echte Fürsorge eben nicht jedes Hindernis aus dem Weg zu räumen sondern Kindern zuzutrauen daran zu wachsen und eine Art Eigenverantwortung zu entwickeln.
00:36:38: Genau, das finde ich sehr wichtig gerade in der heutigen Zeit wo es ja auch darum geht dass Kinder, dass wir wissen nicht wie die Zukunft wird.
00:36:49: Die Welt ist so unberechenbar geworden und wir wissen eigentlich fast nicht genau wie wir Kinder erzielen sollen.
00:36:56: Und ich finde diese Selbstverantwortungen Erziehung zu Selbstständigkeit, auch zu Frustrationstoleranz.
00:37:05: Das finde ich ebenso wichtig wenn ich jetzt etwas plakativ sein darf.
00:37:09: Ebenso wichtig wie gute Noten oder wie ein Gimmieabschluss.
00:37:13: Und für die Eltern auch mehr Mut zur Umperfektion und zu fehlern?
00:37:18: Ich nehme aus diesem Gespräch mag ich sehr viel mit vor allem den Gedanken das Kinder nicht trotz Herausforderungen wachsen sondern eben gerade durch.
00:37:27: Liebe Margit, herzlichen Dank für dieses Gespräch und für deine Einblicke.
00:37:32: Es hat mich sehr gefreut und ich freue mich auf weitere Sprechen mit dir weil ich kann hier aus erster Hand die neuesten Forschungskentnisse in den Frauen bringen.
00:37:39: Das ist super!
00:37:40: Wenn das etwas bringt... was ich formuliere habe ich als unterschiedlichem Quellen.
00:37:48: also ich hab mich natürlich als Mutter immer reflektiert Aber ich habe es auch aus der Forschung und aus vielen Referaten, die ich schon habe.
00:37:56: Und das ist mir ein großes Anliegen.
00:37:57: Das habe ich auch im Deep Dive gesagt – Eltern sind nicht an allem Schuld!
00:38:03: Also es ist unsere Gesellschaft, die auch den Eltern Angst einjagt.
00:38:09: Wenn man sich das zwischendurch mal wieder sagen kann, sich selber trägt das wahrscheinlich ein wenig dazu bei, dass man weniger ein schlechtes Gewissen hat…
00:38:19: Absolut.
00:38:20: Vielen, vielen Dank Margit!
00:38:21: Mehr zu diesem Thema und auch zu anderen Erziehungsthemen findet man auf deiner Webseite unter www.marketstand.ch.
00:38:29: Wenn euch diese Folge gefallen hat dann abonniert den Podcast, kommentiert und bewertet sehr gerne und teilt ihn natürlich auch mit anderen Eltern, Großeltern oder Lehrpersonen.
00:38:39: Und nächstes Mal diskutieren wir Margaret über das Thema.
00:38:42: Begabung kennt keine Herkunft, unser Bildungssystem schon.
00:38:46: was steckt dahinter?
00:38:47: Also da steckt meine langjährige Forschung dahinter dass nach wie vor im Jahr die Herkünfte Eine große Rolle spielt auf dem Weg zum Schulerfolg, zum Bildungserfolg.
00:39:04: Was man sagen kann, sage mir woher du kommst und ich sage dir wer du wirst.
00:39:09: Das ist übertrieben was ich jetzt formuliere aber das Bildungssystem sehen wir bei fast jeder Untersuchung.
00:39:18: Das Bildungssystem sortiert Kinder zu den verschiedenen Schulzügen, also Sec A, Sec B, Sec C, Gymnasium nach... mehr oder weniger nach sozialer Herkunft.
00:39:29: Es gibt andere, es gibt Ausnahmen, Kinder, die erfolgreich sind aber meistens haben sie dann bis und Durchhaltevermögen und Fleiß und manchmal auch einen Mentor oder eine Mentorin.
00:39:42: Aber die soziale Herkünft ist wichtiger als das Geschlechtsunterschied zwischen Mädchen und Buben
00:39:48: Und dazu erfahren wir nächste Folge mehr.
00:39:51: und vielleicht stellt ihr euch heute Abend einmal die Frage Wo könnte ich meinem Kind ein kleines bisschen mehr zutrauen?
00:39:58: Bis zum nächsten Mal.
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