5 – Die Realschule repariert, was unser Bildungssystem beschädigt.
Shownotes
Im Schweizer Bildungssystem gilt oft: Wer akademisch durchstartet, ist gut. Wer einen anderen Weg nimmt, eher weniger. Doch die Berufslehre stellt diese Logik auf den Kopf. Jugendliche, die in der Schule als «schwach» gelten, blühen plötzlich auf, entdecken neue Stärken und gewinnen Selbstvertrauen.
Warum ist das so? Was kann die Lehre, was Schule nicht kann? Und messen wir Leistung überhaupt am richtigen Ort?
Diese Episode schaut hinter Noten, Zuschreibungen und Bildungswege und fragt, warum Erfolg mehr als einen Massstab braucht.
Passend dazu: die Doku «Mein Leben nach dem Notenschnitt» von Luzius Wespe: https://www.playsuisse.ch/de/show/4501249
Transkript anzeigen
00:00:00: Sicher nicht, wir sind sehr enttäuscht von dir.
00:00:03: Wir haben so viel in dich investiert und jetzt kommst du in die Realschule!
00:00:07: Das ist für ein Kind ein unglaubliches, enttäuschendes Erlebnis.
00:00:13: Wie meinen immer, die Kinder sind häufig cool, das ist für einen Kind ganz schrecklich.
00:00:18: Kinder sind kleine Seismografen Und wenn sie die Eltern enttauschen, dann ist es für Sie ein Drama.
00:00:48: Eine kurze Familiengeschichte zum Start.
00:00:50: Meine Kusine war in der Realschule, viele trauten ihr damals nicht besonders viel zu.
00:00:55: Dann begann sie eine Lehre als Fachangestellte Gesundheit in einer psychiatrischen Klinik und dort kann du sie zeigen was in ihr steckt!
00:01:04: Sie konnte gut mit Menschen umgehen Blieb auch in schwierigen Situationen ruhig und übernahm Verantwortung.
00:01:10: Sie arbeitete sich Schritt für Schritt hoch, heute leitet sie erfolgreich ein Alters- und Pflegezentrum im Frikthal.
00:01:18: Und genau darum geht es heute!
00:01:20: Warum blühen manche Jugendliche erst in der Berufslehre richtig auf?
00:01:24: Ist die Lehre ihre zweite Chance oder vielleicht ihre erste Echte?
00:01:29: Herzlich willkommen bei Education to Go, unserem Podcast rund um Bildung mit Unterstützung von Swisslos.
00:01:37: Ich bin Michelle Biri und an meiner Seite ist wieder Erziehungswissenschaftlerin Margaret Stamm.
00:01:41: Schön bist du da, Margaret?
00:01:42: Hallo!
00:01:43: Freue mich auf unser Gespräch.
00:01:45: Unser Thema heute die Berufslehre als zweite Chance.
00:01:49: wie Realschülerinnen und Schüler plötzlich aufblühen Wenn ein Jugendlicher in das Gymnasium oder die Bezirkschule kommt, oder die Säcke an wie es in den unterschiedlichen Kantonen heisst.
00:02:00: bei uns in der Schweiz sagen wir schnell wow gratuliere.
00:02:04: Wenn jemand in der Realschule kommt dann klingt es dagegen oft so Ja ja, du kannst später trotzdem noch etwas aus dir machen.
00:02:12: Dieses Trotzdem kann viel auslösen.
00:02:14: es vermittelt deinem Kind früh Du bist weniger gut und musst später mehr beweisen.
00:02:19: Deine These dazu lautet Margaret die Berufslehre repariert was unser Bildungssystem beschädigt hat.
00:02:26: Das ist eine starke These.
00:02:27: Sie zeigt, was die Lehre möglich machen kann.
00:02:30: Gleichzeitig stellt sie in der Schule eine unbequeme Frage.
00:02:34: Margrit, was macht eine frühe Einteilung mit dem Selbstbild eines Kindes?
00:02:40: Es ist eine ganz wichtige Frage, die sich in den letzten zwanzig Jahren sehr zugespietzt hat vor allem auch mit der ganzen Akademisierung und Herzialisierung das die jungen Menschen heute viel stärker bewertet.
00:02:56: Welchen Abschluss Sie erreichen und welchen nicht?
00:03:00: Das ist eine Wertigkeit da drin.
00:03:02: Diese Wertigkeit wird ich mal behaupten, diese Wertigkeit hat eben sehr viel mit dem Selbstbewusstsein, mit dem selbstvertrauen der Jugendlichen zu
00:03:13: tun.".
00:03:14: Also
00:03:14: kann man eigentlich sagen wenn diese frühe Einteilung kommt dann zerstört das auch ein bisschen das Selbstbild des Kindes oder man zweifelt an sich selbst schon... Im Kindesalter.
00:03:24: Also ich würde jetzt mal nicht sagen, das muss automatisch so sein aber wenn wir den Fokus auf die Gruppe haben, die wir heute in den Blick nehmen, heute im heutigen Podcast nämlich die Realschüller oder Realschilder.
00:03:40: also die SEC C sagt man in der Regel dann würde ich sagen ja dass hat sehr viel mit ihrem selbstwert, mit ihrem mangelnden Selbstwert zu tun und das hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr stark verändert.
00:03:56: Zu Ungunsten dieser jungen Menschen.
00:04:00: Erlebst du deine Forschung oft dass Jugendliche die Erwartungen ihrer Umgebung übernehmen?
00:04:06: Und so sich vielleicht selbst weniger zutrauen?
00:04:09: Ja, das erlebe ich habe in sehr vielen Studien erlebt.
00:04:14: Und neuerdings gibt es auch mindestens zwei DOC-Filme von Lucius Wespe, ich und mein Notenschnitt – und dort zeigt sich eins zu eins das was wir festgestellt haben.
00:04:27: Realschülerinnen und Realschülern sehren sich sehr schnell Wenn Sie merken, ich schaff's nicht in die Sekte B. Ich schaffs nur in die Realschule oder in der Sekte C, dass sie dann von sich sagen, ich bin nicht gut genug – oder sogar ich bin eben dumm und das ist ein Zeichen, das uns viel mehr zu denken geben müsste als es zu denken
00:04:52: gibt.".
00:04:53: Der zweite Teil des Docs, den du angesprochen hast, der kam dieses Jahr im Frühling bei SRF.
00:04:59: Ja.
00:04:59: Können wir sicher auch in den Show Notes dann den Link noch dazu reinkopieren damit man den nachschauen kann auf Play-SRF?
00:05:07: Bevor wir jetzt noch tiefer ins Gespräch einsteigen.
00:05:10: hören wir deinen Deep Dive zum heutigen Thema.
00:05:13: Es gehört zu den Paradoxien unseres Bildungssystemes.
00:05:18: Manche Jugendliche gelten in der Schule als leistungsschwach und entwickeln sich wenige Jahre später zu ausgezeichneten Berufslernenden.
00:05:29: Sind sie plötzlich intelligenter geworden?
00:05:32: Ich denke eher nicht, verändert hat sich vielmehr die Passung zwischen den Jugendlichen und ihrer
00:05:39: Lernumgebungen.".
00:05:40: Die Schule misst Erfolg vor allem an sprachlichen und theoretischen Leistungen.
00:05:47: Die Berufslehre erweitert diesen Blick, dort zählen plötzlich praktisches Denken, handwerkliches Geschick, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit Probleme im konkreten Alltag zu lösen.
00:06:02: Mit anderen Worten – die Berufslehrer macht sichtbar was die Schule häufig über sie das.
00:06:10: Viele Jugendliche erleben dort zum ersten Mal Selbstwirksamkeit.
00:06:16: Ein Werkstück gelingt, ein Kunde ist zufrieden.
00:06:19: die Berufsbilderin überträgt Verantwortung auf die Lernende oder den Lernenden.
00:06:25: solche Erfahrungen verändern nicht die Begabung eines Menschen Wohl aber sein oder ihr Selbstbild, das Zentral.
00:06:35: Genau darin liegt die Stärke der Berufslehre – sie schafft eine bessere Passum zwischen den Stärken eines jungen Menschen und den Anforderungen der Ausbildung.
00:06:47: doch das wirkt unbequeme Fragen auf.
00:06:51: Warum brauchen so viele Jugendliche überhaupt Eine zweite Chance.
00:06:57: Begabungen, die erst jenseits der Schule sichtbar werden sind kein alleiniges Indiz für die Qualität der Berufsbildung.
00:07:06: Sie sagen auch etwas über die Grenzen eines Schulsystems aus.
00:07:11: das können noch immer häufig oder zuhäufig mit Schulnoten verwechselt.
00:07:17: Magel bei meiner Kusine war es ähnlich.
00:07:19: In der Schule sah man vor allem was sehr schwerfiel in der psychiatrischen Klinik plötzlich, was sie gut konnte.
00:07:26: Sie konnte Menschen auffangen, Verantwortung übernehmen und in schwierigen Situationen ruhig bleiben.
00:07:32: Das sind wichtige Fähigkeiten in der Pflege.
00:07:35: Was würdest du sagen?
00:07:36: Schule zu stark auf Sprache, Theorie, Prüfungen und das schnellere Produzieren von Wissen ausgerichtet?
00:07:43: Ja, das würde ich sagen.
00:07:45: Die Schule meint es ja gut!
00:07:48: Und die Schule hat einen Auftrag nämlich junge Menschen zu wissen und können zu führen.
00:07:55: Aber das Wissen steht nach wie vor trotz Lehrplan-Iersterstelle.
00:08:01: Ich würde aber grundsätzlich sagen damit ich das auch erwähnt habe... Eigentlich ist die Leistungsdifferenzierung nach Sec A, Sec B, Sec C. Ich finde das grundsätzlich positiv!
00:08:17: Man hat damit... Oder man ist damit dem Fakt gefolgt, dass es unterschiedliche Leistungen gibt und unterschiedliche Fähigkeiten gibt.
00:08:26: Und dass man je diese Leistung und Fähigkeit gezielt fördern möchte – das ist ein redlicher guter Anspruch!
00:08:35: Man will auch Unterforderung und Überforderung vermeiden.
00:08:39: Das gehört auch dazu.
00:08:41: Das Problem beginnt aber, und deshalb habe ich schon vorher Akademisierung und Herzialisierung erwähnt – das Problem hat schon vor zwanzig Jahren begonnen als man diese drei unterschiedlichen Fachzüge hierarchisiert hat.
00:08:59: Die Realschule gilt heute schon mehr, sicher schon zwanzig Jahre als.
00:09:05: ich sage jetzt böse.
00:09:06: Aber es ist so als Restschule oder als Auffangbecken.
00:09:11: Ich will sagen das ist schon länger noch der Fall also bei meiner Schulzeit schon so und die ist etwa dreißig Jahre.
00:09:19: Das ist das Problem dass.
00:09:21: du magst dich daran erinnern aber das Problem hat sich in den letzten zwanziger Jahren mit der Die ganzen Orientierung an der Akademie hat sich das verstärkt.
00:09:33: Und das ist jetzt ein Problem geworden für die Realschule.
00:09:38: Also in vielen Kantonen, das möchte ich nachschrieben, sprich man nicht mehr von der Realschule.
00:09:44: Man spricht vom der CEC, man spricht von Niveaugruppierungen oder von Leistungszügen aber es ist dort in diesen Kantonen das ganze Problem etwas weniger, weniger schwierig Aber es ist subtil immer noch vorhanden.
00:09:59: also wer in mehreren Fächern im sogenannt untersten Zug ist hat mehr Schwierigkeiten die Laufbahn fortzusetzen.
00:10:09: Und wenn eben die Schule so stark auf diese Theorie, auf dieses Wissen, auf diese Prüfungen ausgerichtet ist – welche Fähigkeiten?
00:10:18: Werden dadurch weniger sichtbar?
00:10:20: Es
00:10:20: werden vor allem die Fähigkeiten weniger suchtbar, die nicht auf Sprache.
00:10:26: Die nicht auf Leistung und nicht auf Noten ausgerichtet sind.
00:10:31: Fähigkeiten, die zum Beispiel eher auf die praktischen Fähigkeit ausgerichtet sind.
00:10:37: Junge Menschen, die problemlösefähig sind, die mit einem praktischen Problem bestens umgehen können beispielsweise das sind junge Menschen in der Sprach sehr häufig in der Realschule mit den sprachlichen Kompetenzen etwas Mühe haben, obwohl viele von Ihnen – das möchte ich hier besonders unterstreichen – in mathematischen Kompetensen relativ gut sind.
00:11:01: Aber wenn junge Menschen in sprachlichem Kompetenz nicht gut oder sogar ungenügend sind, dann werden sie ... generell als Leistungsschwächer eingestuft.
00:11:13: Und das ist eine sehr große Herausforderung und auch, das möchte ich noch zusätzlich erwähnen weil ich jetzt gerade eine Studie mache zum Frühfranzösisch.
00:11:24: Das kennst du wahrscheinlich auch.
00:11:27: Wir hatten erst in der zweiten Oberstufe glaube ich.
00:11:31: In der ersten Bezirksschule hatten wir Französisch genau
00:11:33: nicht schon in
00:11:35: der Primarschule.
00:11:37: Wo bist du in die Schule gegangen?
00:11:39: In Frikthal, genau.
00:11:41: Also ich weiß dass viele jüngere Menschen wie du jetzt für mich einer bist...
00:11:49: Das ist nett!
00:11:51: ...die sagen sie hätten dieses Frühfranzösisch gehabt und sehr gehasst weil sie eben sprachlich wenig Affinitäten gehabt hätten.
00:12:02: Und das ist auch so ein Killer, würde ich sagen gerade für Realschülerinnen und Realschilder die mit den Sprachen oft eher Mühe haben wenn Sie dann noch dieses Frühfranzösisch lernen müssen.
00:12:16: Manche von ihnen haben aber mit dem Englischen viel weniger Probleme weil sie Musik hören.
00:12:22: Weil
00:12:22: es im Alltag vorkommt oder?
00:12:23: Ja genau.
00:12:25: Also kann man sagen an Kindern ist nicht grundsätzlich leistungsgeschwach, sondern vielleicht nur in genau der Form von Leistung die die Schule halt besonders stark bewertet.
00:12:34: Ja das würde ich sagen und ich würde sagen leider ist es so weil die Schule.
00:12:39: das schule-schulische Wissen oder Können ist eben nur ein Teil des Wissens.
00:12:46: uns können.
00:12:47: und da sehen wir in unseren Studien sehr gut wohin es dann bestimmte Realschülerinnen und Schüler verschlägt die schwach waren in der Leistung, die Mühe hatten eine Berufslehre zu finden und die dann in der Berufslähre aufgeblüht sind.
00:13:05: Und dann plötzlich an den Swiss Skills Superleistungen gezeigt haben vielleicht sogar eine Medaille gewonnen haben.
00:13:13: Ich glaube aber ich mache da den Lehrpersonen keinen Vorwurf.
00:13:17: das möchte ich hier explizit sagen.
00:13:19: Die Lehrperson ist nicht schuld daran wenn wir sagen die Schule fokussiert auf bestimmtes Wissen und weniger auf das können, sondern das ist in... generell festgeschrieben und es ist auch im Lehrplan einundzwanzig festgeschritten, dass eben die Sprache Mathematik das wissen.
00:13:40: Die lernen Fähigkeiten, die lernen Motive, dass sie überwiegen.
00:13:46: Die
00:13:46: Swiss Skills darüber haben wir ja auch schon gesprochen.
00:13:49: Die Meisterschaften der Berufsleinenden sind die Swiss Skills.
00:13:54: Eigentlich
00:13:54: kann man jetzt Zu diesem Thema abschließend sagen oder schulen müssten praktisches soziales kreatives Können viel verbindlicher erfassen und würdigen.
00:14:04: Wie könnte das konkret aussehen?
00:14:05: Das große Kernproblem ist, dass das Bildungssystem eine Wertigkeit in sich hat.
00:14:12: Ich habe zu Beginn gesagt, dass diese Aufteilung nach Leistungsniveau an sich gut wäre weil ich nach wie vor davon überzeugt bin, dass nicht alle Kinder das gleiche Niveau erreichen können und dass man ihnen entgegenkommen müsste.
00:14:29: Das große Problem ist aber, dass hinter dem Leistungssystem mit ABC oder wie man es auch immer benennt, hinter diesem Problem steckt eben eine Wertigkeit.
00:14:42: Und diese Wertigkeit zentral in den Köpfen der Familien vorhanden, der bildungspolitisch tätigen Vorhanden.
00:14:51: Manchmal auch in den Köpfe der Lehrerinnen vorhande.
00:14:55: und diese Wertigkeit zeigt den jungen Menschen bereits in der Primarschule wenn sie merken ich bringe die Leistungen nicht die für eine Sec B oder eine Sec A notwendig wären, dass sie dann das unmittelbar auf ihr eigenes Selbstbild übertragen und sagen ich bin eben dumm.
00:15:18: Oder es ist ja klar Ich bringe die Leistungen nicht Und meine Eltern sind enttäuscht von mir.
00:15:25: Diese Wertigkeit hat in den letzten beiden Jahrzehnten meines Erachtens stark zugenommen.
00:15:31: Und wie könnte man das ändern?
00:15:32: Also hilft da, ich weiß auch nicht ein Namenswechsel, dass man eben nicht mehr gliedet in A, B und C oder... Wie könnte das aussehen?
00:15:39: Das ist eine gute Frage die du stellst.
00:15:42: Die erste Frage die aber sehr schwierig zu beantworten ist Aber das wäre eine große Aufgabe an die Bildungspolitik, die ich jetzt formuliere Man versucht das Profil der Realschule oder der SEC zu stärken, dass man nicht nur von ihnen sagt ja die können einfach weniger sondern dass man sagt sie haben ein anderes Wissen.
00:16:06: Die haben eben ein praktischeres Wissen und nicht ein akademischeres Wissen.
00:16:11: Das ist das Erste.
00:16:13: Das Zweite ist, dass grundlegend mehr Durchlässigkeit möglich wäre.
00:16:18: Es gibt sehr wenige junge Menschen die von der Realschule in ein Sekt B oder in einen Sekten A Niveau aufsteigen können und dies trotzdem... dass wir in verschiedensten Studien TRI ist eine Studie, PISA ist eine andere Studie sehen.
00:16:39: Dass sich wenn man zum Beispiel die mathematischen Leistungen von Realschülerinnen vergleicht mit SEC-Schülerinnen und mit progymnasialen Schülerinnen und Schülern sieht man das RealschilderInnen in Mathematik manchmal auch in Sprache aber vor allem in Mathematik dass die besten mit den schlechtesten Gymnasiasten durchaus konkurrieren können.
00:17:04: Also das sind unangenehme Ergebnisse, vor allem auch für die Bildungspolitik.
00:17:10: Die Bildungspolitik beschäftigt aber nicht so mit diesen Daten.
00:17:14: Aber diese Kurven zeigen dass eben die Zuteilung zu den Niveaus offenbar teilweise auch willkürlich ist.
00:17:22: Also Realschülerinnen, die in Mathematik gut sind, die könnten eigentlich im Gymnasium mithalten.
00:17:29: Vielleicht nicht in der Sprache aber eben in der Mathematika.
00:17:34: und der dritte Punkt ist dass wir die Realschuhe auch gesellschaftlich aufwerten müssten das eben auch BerufsausbildnerInnen verstärkt die Realschule als Reservoir anschauen würden.
00:17:51: Wir wissen aus verschiedenen Studien, dass Realschilderinnen große Schwierigkeiten haben von ihrer Position mit ihrem Realschoolstatus eine Berufslehre zu ergattern oder zu bekommen, die vielleicht etwas anspruchsvoll ist und die sie sehr gerne möchten.
00:18:12: Bildnerinnen wählen häufig gemäß Studien eher diejenigen aus, die aus der höchsten Ausbildungsstufe kommen.
00:18:21: Das ist eine große Herausforderung für die
00:18:24: Realschüllerinnen.".
00:18:26: Also das Dein Appell eigentlich an die Berufsbilderinnen und Berufsbildener nur weil Realschuhe im Lebenslauf steht dass die Bewerbung dann nicht schon auf die Beige, auf den Stapel der Absalden kommt direkt?
00:18:38: Genau!
00:18:39: Weil es zeigt sich ein Paradox Das möchte ich besonders betonen.
00:18:44: Das Paradox ist das, dass Realschüllerinnen zwar eindeutig benachteiligt sind weil sie die Etikette haben des Realschilders oder der RealsschülerInnen und dass sie dann weniger in die Auswahl kommen.
00:19:00: wenn du einen Sack B ein Sack A Abschluss hast bist du viel privilegierter Aber!
00:19:06: Und das ist eben das Paradox.
00:19:08: aber wenn ich als Realskülerin dann eine Lehrstelle bekommen oder einen Ausbildungsplatz bekommen, der mir passt.
00:19:17: Dass dann diese jungen Menschen häufig, eben Stichwort Zwiskills, dass sie häufig über sich hinauswachsen.
00:19:26: Diese Chance nutzen und dass diese ehemaligen Realschüllerinnen und Schüler sich eigentlich von dem entfernen was man eigentlich einmal als Negativum erklärt hat das die dann über sich hinaus wachsen Und häufig sehr gute Laufbahnen Manifestieren, zeigen und ein gutes Beispiel dafür sind dass die Realschule eben auch zur ersten oder zur zweiten Chance werden kann.
00:19:56: Um nochmal meine Kusine ins Spiel zu bringen sie war in der Schule gut im Praktischen, gut im Sozialen.
00:20:02: nochmals die Frage wie könnte das aussehen dass das eben auch schon stärker gewichtet wird?
00:20:07: Schon vorher und nicht dann erst in der Berufslehre zum Tragen kommt.
00:20:10: man müsste das Realschool Profil des Sektors C-Profil stärken.
00:20:16: Und man müsste sowieso, wir müssten endlich – Wir haben ja auch einen Leerporn, der die Kompetenzen stärker fördert.
00:20:24: Aber ich sehe zu wenig das in der Schule generell, in der Primarschule generell.
00:20:30: diese Praktischen Kompetenzen, wie ich vorhin gesagt habe.
00:20:34: Problemlöse Fähigkeit die Fähigkeiten ein Werkstück zu zeigen etwas das mit den Händen erschaffen worden ist eine soziale Kompetenz zu manifestieren wie du von deiner Gussine gesagt oder erzählt hast.
00:20:50: diese Aspekte solche Aspechte spielen in der Schule In der Regel viel zu wenig eine Rolle.
00:20:56: Die Noten sind meist ausschließlich ausgerichtet auf das fachliche Wissen und man sagt dann jeweils... Man kann eben die überfachlichen Kompetenzen, soziale und emotionale Kompetenz nicht messen.
00:21:12: Das ist aber nicht so, das ist eher eine Ausrede.
00:21:15: Man kann sie sehr wohlmessen.
00:21:18: In der Lehre verändert sich dann für viele etwas Wichtiges.
00:21:21: Eine Aufgabe verschwindet nicht einfach korrigiert in einem Ordner man sieht direkt was man geleistet hat.
00:21:27: du hast es in deinem Deep-Dive schon angesprochen ein Patient fühlt sich gut betreut ein Werkstück funktioniert deine Kundin ist zufrieden Und jemand sagt, das hast du jetzt gut gemacht.
00:21:38: Plötzlich ist Leistung nicht mehr nur eine Note sondern etwas Echtes.
00:21:42: Warum sind solche konkreten Erfolgserlebnisse für Jugendliche so wirksam?
00:21:46: Weil Sie sehen dass sie etwas können und nicht nur dass sie was wissen.
00:21:52: Das ist der große Unterschied.
00:21:54: Ich weiß ich kann etwas!
00:21:56: Ich bekomme Anerkennung.
00:21:58: Ich werde vom ehemals schlechten Schüler oder der schlechten Schülerin in der Realschule, werde ich nun plötzlich in der Berufslehre zum Könner.
00:22:08: Zu demjenigen oder derjenigen die eben ein Problem lösen kann, die einen Kunden befriedigen kann und etwas machen kann das Gewicht hat im Betrieb.
00:22:22: Dieser Person wird dann häufig auch eine besondere Wertschätzung zuteilen.
00:22:27: Was übrigens mir – das ist jetzt eine Klammerbemerkung, was mich viele Gymnasiastinnen und Gymnassiasten immer erzählen -, dass sie genau das vermissen, dass sie gebraucht werden, dass man ihnen zeigt oder zurückmeldet, hast du gut gemacht?
00:22:46: Das brauchen wir!
00:22:47: Du bist notwendig für uns.
00:22:50: Ich denke, das ist eine ganz wichtige Auszeichnung, dass solche gerade Realschüllerinnen und Schüler aufblühen.
00:22:58: Und das ist ja eh alles.
00:22:59: Ich glaube jeder Mensch hat gerne wenn man sagt du wirst gebraucht oder das hast du gut gemacht?
00:23:04: Genau!
00:23:04: Ganz genau.
00:23:05: Ich kenne es von mir selber ich war wahnsinnig schlecht in der Bezirksschule vor allem in Mathematik.
00:23:11: Ich musste sogar eine Klasse wiederholen.
00:23:14: In der KV-Lehre gehörte ich dann zu den Klassenbesten.
00:23:17: Also plötzlich hatte ich wieder Freude am Lernen, was passiert psychologisch wenn aus?
00:23:22: Ich war schlecht in der Schule jetzt eben, plötzlich wird ich Werte gebraucht und ich kann etwas...
00:23:28: Also vielleicht, also ich kann ja nur vermuten, vielleicht hast du einen Sprung gemacht in Bezug auf eine berufliche Identität das du plötzlich gemerkt hast Ich will jetzt und ich will reduzieren, das könnte ja sein.
00:23:44: Es kann aber auch sein dass du eben zu einem Arbeitgeber gekommen bist der deine positiven Seiten, deine Kenntnis, deine Kompetenzen erkannt hat und anerkannt hat.
00:23:57: Und das löst dann häufig eben diese Sprünge aus Dass man plötzlich vom schlechten Schüler zum Anerkanten sicheren Wert wird in dieser Firma.
00:24:09: mit Sicherheit kann ich es nicht sagen, aber was wir generell in unseren Studien immer wieder gesehen haben ist dass ein Wechsel in die Berufsbildung sehr häufig Welten verändern kann oder eben auch nicht und das ist etwas da sich unbedingt noch nachschieben möchte.
00:24:27: In unserem Podcast man darf die Berufslähre romantisieren.
00:24:34: Wir
00:24:35: kommen noch später.
00:24:37: Ich kann dir sagen, bei mir war es definitiv die Berufsbildnerin und auch der Chef, den ich etwas zugetraut habe.
00:24:44: Ich konnte schon relativ viel Verantwortung übernehmen in meiner Lehre.
00:24:49: Wie wichtig sind solche Berufsbildenerinnen?
00:24:53: Ich sage mal, erwachsene Bezugspersonen für Jugendliche.
00:24:57: So wie ich es sehe und höre und aus unseren Daten herauslesen kann sind solche Berufsbildende absolut zentral.
00:25:06: Wir müssen klar uns klar machen dass junge Menschen zwischen fünfzehn auf vierzehn, fünfzehnt, sechszehn siebzehn Jahren enorm an ihrer Identität arbeiten.
00:25:18: ob sie wollen oder nicht die Identität spielt eine Rolle.
00:25:22: Berufsidentität, also die Identität, die ich in Bezug auf den Beruf entwickle.
00:25:28: Die ist besonders wirksam und wenn ich eben eine Rückmeldung bekomme, die ihn etwa lautet du hast dich gut entwickelt.
00:25:37: Wir brauchen Dich!
00:25:39: Wir finden Dich wichtig für unseren Betrieb.
00:25:42: Dann ist das eine Stärkung des Selbstwärts und wir wissen zur Genüge dass der Selbstwert oder Selbstwert heißt Ich weiß, dass ich selbst meine Aufgaben, meine Verpflichtungen und meine Herausforderung bewältigen kann.
00:25:58: Das ist unglaublich zentral für den Lebens- und Berufsverlauf eines
00:26:04: Menschen.".
00:26:04: Jetzt
00:26:05: nennen wir die Lehre ja oft eine zweite Chance.
00:26:07: aber das klingt ja auch irgendwie so als hätte jemand ... Die erste Chance verpasst oder nicht genutzt, vielleicht ist das anders.
00:26:14: Oder für manche Jugendliche ist die Lehre die erste Umgebung, die wirklich zu ihnen passt und ihre Stärken sieht.
00:26:21: Ist zweite Chance der richtige Begriff?
00:26:23: Oder trägt er ungewollt wieder die Vorstellung mit, die Betroffenen hätten vorher versagt?
00:26:29: Gute
00:26:29: Frage!
00:26:30: Es kommt auf den Blickwinkel an.
00:26:32: Wer sagt ... Die Berufslehre ist die zweite Chance.
00:26:36: Der geht davon aus, dass die Jugendlichen und Kinder eben die erste Chance nicht gepackt haben, denn sie sind ja in die Realschule gekommen.
00:26:47: Und wenn sie etwas mehr Power gehabt hätten, wären Sie in die Säcke B gekommen.
00:26:52: Also kann man sagen, erste verpasste Chance.
00:26:55: Zweite Chance Das finden eines Ausbildungsplatzes.
00:27:01: Meiner Meinung nach ist das aber gar nicht die Hauptfrage, sondern die Hauptfrage ist wie und ob und wann sich diese jungen Menschen überhaupt entwickeln können?
00:27:12: Weil viele von ihnen kommen ja aus nicht einfachen Elternhäusern – Realschulen sagt man den Realschuhen nicht!
00:27:21: vergebens Restschulen oder Auffanglager, Auffangsituationen.
00:27:27: Weil viele aus schwierigen Familienverhältnissen kommen oder zumindest aus Familien die wenig Unterstützung geben können weil die Eltern selber nicht genau wissen wie man das macht und wie man unterstützt.
00:27:41: Und deshalb finde ich es schon sehr zentral Wir müssen nicht von der ersten oder zweiten Chance sprechen.
00:27:49: aber Was wir heute diskutieren hier und was unsere Studien klar zeigen ist, Realschüllerinnen sind nicht verloren.
00:28:00: Sie werden zwar negativ bewertet häufig aber wenn sie in der Realschuhe eine Lehrperson haben – und das haben sie häufig ich kenne viele solche Lehrpersonen die ihr Selbstwertgefühl stärken wollen – dann gute Chancen, dass sie nachher erfolgreiche Schule erfahren haben können.
00:28:25: Was zeigt das Beispiel meiner Kusine?
00:28:28: darüber, wie vorsichtig wir mit Urteilen über zwölf oder dreizehnjährige Kinder sein sollten?
00:28:35: Also das Erste was ich am Anfang unserer Diskussion gesagt habe ist dass wir immer meinen Mit Noten und Einschätzungen sei das eine ganz objektive Beurteilung dessen was dieses junge Mädchen oder der junge Mann kann.
00:28:52: Es zeigt sich aber in diesen internationalen Studien dass das manchmal weit weg von dem ist, was für Potenzial eigentlich in diesem Kind oder in diesem Heranwachsenden stecken könnte.
00:29:06: Um auf deine Cousine zu sprechen zu kommen ich nehme an sie hat eben auch eine erste oder eine zweite Chance bekommen und da hat alles gepasst.
00:29:19: Ich glaube, es gibt ja auch ein Passungsverhältnis.
00:29:23: Dass sie gespürt hat an dieser Stelle werde ich gesehen und geschätzt.
00:29:28: Und man traut mir etwas zu!
00:29:31: Das ist wahrscheinlich die wichtigste Komponente, dass aus einem jungen Menschen eben etwas entstehen kann, das man ihm oder ihr ursprünglich nicht zugetraut hat.
00:29:44: Deshalb ist meine Botschaft vor allem die... Jenseits dessen, was wir jetzt diskutiert haben.
00:29:50: Junge Menschen brauchen hohe Erwartungshaltung.
00:29:55: Also deine Kusine nehme ich an hat plötzlich gespürt.
00:29:59: da ist ein Berufsbilder oder eine Berufs bilderin die mich anerkennt und die hohe erwartungen hat an mich.
00:30:06: Und das ist für mich eigentlich das zentrale dass man den jungen menschen mit positiven blick begegnet und nicht nur immer mit dem blick Du kannst das noch nicht und das nicht.
00:30:18: Und warum hast du deine Vier?
00:30:20: Sondern dass man das betont, was sie können – und das ist eigentlich das Wichtigste überhaupt!
00:30:27: Und daran muss unser Bildungssystem noch sehr viel
00:30:30: arbeiten."
00:30:31: war glaube ich Thema in unserer ersten Folge, wenn ich mich erinnern kann.
00:30:35: Dass jeder Mensch eigentlich jemanden braucht, der ihn unterstützt und sagt hey in dem bist du richtig gut das kannst du wir packen.
00:30:41: Genau
00:30:42: genau und das unterschätzen wir immer und es ist gut wenn wir das an dieser Stelle nochmals wiederholen dass man jungen Menschen Sie sind nicht nur immer warnt, wir meinen häufig.
00:30:55: Wenn man die jungen Menschen wartet dann erwachen sie endlich.
00:30:58: aber eigentlich müsste man junge Menschen mehr engagieren ihnen mehr zutrauen und ihnen mehr sagen dass sie etwas können.
00:31:08: zum schluss noch das ist schon angesprochen es wäre natürlich Zu bequem zu sagen, Schule schlecht leere gut.
00:31:14: Auch eine Berufslehre kann hart sein.
00:31:16: es gibt Leistungsdruckes, Konflikte, schlechte Ausbildungsbetriebe und Lehrabbrüche.
00:31:23: ein anderer Lernort ist noch nicht automatisch ein guter Lern-Ort.
00:31:27: was entscheidet darüber ob eine Lehre wirklich zu einer Entwicklung Chance wird?
00:31:32: Also ich finde diese abschließende Frage von dir sehr wichtig, weil man könnte jetzt unseren Podcast auch so interpretieren dass man sagt ah ja die offenbar wird jetzt die Berufslehre zum Schonraum.
00:31:46: Das meine ich überhaupt nicht!
00:31:49: Ich möchte betonen das junge Menschen, die es aus der Realschule in eine Laufbahn geschafft haben und die erfolgreich sind, dass sie nicht im Schutzraum gewesen sind.
00:32:02: Eine Berufslehre ist immer mit Anforderungen verbunden.
00:32:06: Eine Berufslehren heißt immer ich muss Durchhaltevermögen entwickeln, ich muss Zuverlässigkeiten entwickeln Ich muss gleichzeitig die Schule besuchen und im Betrieb aktiv sein.
00:32:20: Das sind sehr große Herausforderungen, die man im Vergleich zum Gymnasium häufig sehr unterschätzt weil man zwei Lernorte hat, die zentral sind.
00:32:30: aber die Qualität und ihr seht das übrigens auch, das muss ich noch nachschieben, aber davon sprechen wir heute nicht an der relativ großen Anzahl der Ausbildungsabbrüche.
00:32:43: also eben die Berufslehre ist nicht einfach einen zu romantisieren, sondern es gibt auch viele Schwierigkeiten.
00:32:53: Aber die Qualität des Lehrbetriebs ist der BerufsbildnerInnen absolut zentral.
00:33:00: Die Zugewandtheit der BerufschilderInnen, ob sie die jungen Menschen so annehmen wie sie sind, ob Sie ihnen nachfragen oder sie ernst nehmen... Also
00:33:11: kann man sagen das ist sie nicht nur aus Arbeitskräfte sehen, sondern wirklich tatsächlich auch ausbilden und stärken.
00:33:19: Und das ist ja häufig leichter gesagt als getan.
00:33:23: Ich muss auch zugleich betonen, dass Berufsbildende heute auch unter einem sehr großen Druck stehen.
00:33:30: Wir meinen immer die Berufsbildung sollten
00:33:33: usw.,
00:33:34: aber die machen heute schon sehr viel und oft ist es für sie eine zusätzliche große Herausforderung, die Ressourcen aufwenden zu können, die eigentlich nötig wären diese Jugendlichen, um sie zu stärken, ihnen Zeit zu schenken, in Beziehung zu schenkten.
00:33:57: Das ist nicht immer ganz einfach aber ich finde die Berufsbildung ist an sich auf einem sehr guten Weg und wenn ich so in Social Media schaue sehe ich immer wieder all den Berufsbildenden unterstreichen, diese jungen Menschen fördern zu wollen und unterstützen zu wollen.
00:34:22: Und ich sehe das Glas hauptvoll.
00:34:25: Meine Kusine hat einen prominenten Auftritt heute in dieser Folge.
00:34:28: Wenn ich sie anschaue dann denke ich nicht Sie hat es trotz Realschule geschafft.
00:34:32: Ich denke viel mehr.
00:34:34: Sie wurde lange unterschätzt.
00:34:35: Erst in der Lehre bekam sie die Chance zu zeigen was sie kann.
00:34:39: ihre Geschichte zeigt aber auch eine Einteilung In der Schule sagt noch lange nicht, wohin ein Mensch später kommt.
00:34:47: Margaret ich habe dir zum Schluss drei kurze Fragen.
00:34:50: Ich bitte dich kurz darauf zu antworten.
00:34:53: Frage Nummer eins was müsste sich in der Schule konkret verändern damit unterschiedliche Formen des Könnens früher sichtbarer werden?
00:35:00: Erstens Ein geringerer Blick oder eine weniger?
00:35:05: eine geringere Konzentration auf Noten gleich Intelligenz.
00:35:11: Zweitens ein neutraler Blick auf das Kind ohne dessen familiären Hintergrund zu kennen.
00:35:20: Und drittens würde ich sagen, dass junge Menschen so betrachtet werden, dass man versucht keinen Vorurteil zu
00:35:35: haben.".
00:35:36: Frage Nummer zwei.
00:35:37: Was sollten Eltern einem Kind sagen, dass in die Realschule kommt und sich deshalb minderwertig fühlt?
00:35:43: Ich kann nur sagen was sie nicht sagen sollen und das ist sicherlich nicht.
00:35:49: wir sind sehr enttäuscht von dir.
00:35:52: Wir haben so viel in dich investiert und jetzt kommst du in die realschulle.
00:35:57: Das ist für ein kind Unglaubliches enttäuschendes Erlebnis, wie meinen immer die Kinder sind häufig cool.
00:36:05: Für ein Kind bekommen wieder Hirn oder man kann wieder Werbung machen für den Film, für die Filme von Lucius Wespe.
00:36:13: Das ist für ein Kind ganz schrecklich.
00:36:15: Kinder sind kleine Seismografen und wenn sie die Eltern enttäuschen, ist das für Sie ein Drama.
00:36:22: Also ich würde eher... Wenn du fragst was sollen sie sagen?
00:36:25: Dann sollten sie sagen wir Wir nehmen das zur Kenntnis, dass es dir in die Realschule reicht.
00:36:32: Aber wir unterstützen dich wo wir dich können und sind überzeugt, dass's gut
00:36:38: kommt.".
00:36:39: Und letzte Frage was ist der wichtigste Satz den Lehrpersonen- und Berufsbildende aus dieser Folge mitnehmen sollten?
00:36:46: Sie sollten sagen den Schülerinnen und Schülern ich unterstütze dich du schaffst das.
00:36:53: Ich glaube an dich ich stehe hinter dir.
00:36:57: Die Berufslehre kann für Jugendliche eine zweite Chance sein, nicht weil sie dort plötzlich mehr können sondern weil dort endlich mehr von ihrem Können zählt.
00:37:05: Aber eigentlich sollte kein junger Mensch jahrelang zuerst und sich zweifeln müssen bevor eine passende Lernumgebung seine Stärken sichtbar macht.
00:37:14: Liebe Margaret!
00:37:15: In der nächsten Folge geht es um TikTok als Gefühlsberater.
00:37:19: Welche zentrale Frage nehmen wir dann unter die Lupe?
00:37:23: Wir nehmen unter die Lube was das bei Jugendlichen auslöst, wenn sie heute Gefühle über wie du sagst, über TikTok besprechen können oder neu auch über Kai besprechen und die Eltern und Freunde eigentlich immer weniger Gewicht haben.
00:37:45: Ist das positiv oder ist es negativ?
00:37:47: Ich freue mich darauf, danke dir vielmals für das heutige Gespräch.
00:37:51: Danke
00:37:51: auch!
00:37:51: Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann abonniert Education to Go, teilt die Folge und schickt sie an Menschen weiter, für die dieses Thema wichtig sein könnte.
00:38:01: Wir freuen uns über eure Erfahrungen.
00:38:04: Wurdet ihr selbst einmal unterschätzt?
00:38:05: Oder kennt ihr jemanden der erst in der Lehre gezeigt hat was wirklich in ihm oder in ihr steckt?
00:38:12: Danke fürs Zuhören.
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